BG Göttingen nach der Pause von Ulm überrannt

Topscorer für die BG in Ulm: Alex Ruoff (hier gegen Bonns Benas Veikalas) kam auf 21 Punkte, verwandelte drei Dreier. Foto: dpa

Ulm. Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten erlebten 6200 Zuschauer in der ausverkauften Ulmer ratiopharm-Arena. Vor der Pause zeigte die BG Göttingen einen sehr beherzten Auftritt und führte nach 20 Minuten noch knapp mit 53:52.

Doch in der Pause müssen die Veilchen wohl Baldrian in ihren Getränken gehabt haben – nicht anders kann man den totalen Abschwung in der zweiten Hälfte wohl kaum erklären. Beim Team von Trainer Johan Roijakkers lief immer weniger zusammen, während die Ulmer aufdrehten und noch zu einem verdienten 101:85 (53:52) kamen.

„Wir haben eine wahnsinnige erste Hälfte auf das Parkett gelegt, sind dann aber leider eingebrochen. Gegen Ulm hat sich heute gezeigt, dass wir nicht tief genug besetzt sind, um 40 Minuten standhalten zu können. Alles in allem war es aber schön, hier zu spielen. Es war ein guter Trip für uns“, meinte Roijakkers hinterher.

Trio ohne Punkte

Die Unausgeglichenheit im Kader machte sich nicht zum ersten Mal zu Ungunsten der Göttinger bemerkbar. Die Last der Verantwortung lag erneut auf viel zu wenigen Schultern. Von Acha Njei, Harper Kamp und Dominik Bahiense de Mello kam in Ulm wenig bis nichts – so krass bleibt dies festzuhalten. Sie blieben allesamt ohne Punkt. Von den deutschen Akteuren vermochte allein Robert Kulawick mit knapp 22 Minuten Spielzeit zu gefallen. Dominik Spohr zauderte wiederholt bei seinen Würfen, spielte lieber ab, statt selbst abzuziehen.

So mussten einmal mehr die US-Boys die Verantwortung übernehmen. Vorbildlich taten dies in der ersten Halbzeit vor allem Khalid El-Amin, der sich gegenüber den vergangenen Partien wieder steigern konnte, und Kapitän David Godbold. Das Duo netzte in den ersten 20 Minuten je vier Dreier ein, insgesamt kam die BG auf zwölf – ein fast sensationeller Wert mit 67 Prozent Trefferquote. Die Göttinger blieben zu Ulm immer auf Tuchfühlung, agierten beim „Dreier-Festival“ offensiv gut, zeigten defensiv aber bekannte Defizite. Zur Pause sorgten Godbold mit dem zwölften Dreier und el-Amin für die knappe Führung. Das machte Hoffnung für die zweite Hälfte!

Doch sie wurde bitter enttäuscht! „In der zweiten Halbzeit haben wir deutlich stärker und klüger verteidigt. So konnte man toll ansehen, wie defensive Intensität für offensiven Rhythmus sorgen kann“, meinte Ulms Coach Thorsten Leibenath. Ulm überrollte die BG mit einem 27:8-Lauf, Die BGer staunten und hatten nichts mehr entgegenzusetzen. Die Angriffsmaschinerie der Schwaben, der auf ihre griechische Blitzverpflichtung Ian Vougioukas (Grippe) verzichten mussten, war auf Touren gekommen, die Veilchen dagegen völlig von der Rolle.

Auswärtsbilanz bröckelt

Am Ende half den Göttingern auch ihre mit 50 Prozent sehr gute Dreierquote (16 von 32 getroffen) nichts mehr. Ihr standen 15 „Turnover“, 3:11-„Steals“ und 17 Ulmer Offensiv-Rebounds gegenüber. So fügte sich schließlich eine ernüchternde Niederlage. Die bislang gute Auswärtsbilanz der Veilchen schwindet langsam immer weiter. (haz/gsd)

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