Basketball-Bundesliga

Göttingens Trainer Roijakkers: „Es tut weh, die BG zu verlassen“

+
Nicht selten auch impulsiv: Johan Roijakkers wild gestikulierend am Spielfeldrand, wenn ihm etwas nicht passte.

Als die Bestätigung um 15.01 Uhr per Pressemitteilung reinflatterte, wird mancher Fan der BG Göttingen feuchte Augen bekommen haben. Denn es bewahrheitete sich, was die HNA Montag exklusiv meldete. Allerdings wurde aus dem Fragezeichen, dass Trainer Johan Roijakkers den südniedersächsischen Basketball-Bundesligisten verlässt, nun ein Ausrufezeichen. Nach acht Jahren trennen sich die Wege der Veilchen und des Niederländers.

Offen bleibt, wohin er geht. Es läuft aber wie gemeldet auf Bamberg hinaus, wo der Belgier Roel Moors gehen musste. „Er ist unsere erste Wahl“, sagt Bambergs Pressesprecher Thorsten Vogt. Roijakkers selbst ließ dies noch offen.

„Schade“, sagt Roijakkers. „Aber wird es Zeit für etwas anderes. Göttingen ist ein Super-Spot, Göttingen war mein Leben. Sehr sicher ist Wehmut dabei. Es tut weh, Göttingen zu verlassen. Das war acht Jahre keine Arbeit, das hat Spaß gemacht. Ich habe hier den größten Teil meiner Karriere verbracht. Die BG ist mir sehr ans Herz gewachsen.“, sagt der Niederländer, der seinen 40. Geburtstag am 15. September bei seinem neuen Klub erleben wird.

Wir müssen für Unterhaltung sorgen

BG-Chef Frank Meinertshagen

Immerhin räumt Roijakkers ein, dass „das Geld mitentscheidend“ für den Wechsel gewesen sei. In Göttingen hat er das Machbare möglich gemacht, doch es erscheint wohl nicht nur ihm so, dass die BG an Grenzen stößt: Halle, Sponsoren, Finanzen. Andererseits: „Hier steht etwas“, sagt der Veilchen-Coach. „Sonst haben wir was falsch gemacht. Die BG ist jedes Jahr etwas besser geworden, macht keinen Schritt zurück, vielleicht zur Seite.“ Vielleicht komme ein billiger Trainer, dann sei mehr Geld für den Spieleretat da.

Angedeutet hat sich der Abgang schon bei einem kryptischen Interview mit MagentaSport-Reporter Sascha Bandermann im Münchener Turnierhotel. Bereits da sprach Roijakkers vom „nächsten Schritt“, doch es könne auch sein, dass er „noch zwei, drei, vier Jahre“ bleibe. Ja, was denn nun – dachte man. Mündlich mit BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen vereinbart, könne er aus dem noch eine Saison (2020/21) laufenden Vertrag aussteigen. So viel steht fest: Bei der BG endet jetzt eine Ära.

„Einschneidend“ sei Roijakkers’ Abgang, sagt BG-Boss Meinertshagen. Am vorletzten Montag, einen Tag nach der Rückkehr vom Final-Turnier aus München, habe ihn der Trainer informiert.

„Es ist nicht in Worte zu fassen, was Johan für die BG und den Basketball hier in der Region geleistet hat“, sagt Meinertshagen. „Er ist maßgeblich daran beteiligt, dass sich unser Klub zu einer guten Adresse in Deutschland entwickelt hat. Nach dem Aufstieg 2014 hat Johan mit einem der kleinsten Spieler-Etats in der BBL fast immer die Erwartungen übertroffen. Wir sind dankbar, dass wir so lange so vertrauensvoll mit ihm zusammenarbeiten durften und wünschen ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft nur das Beste.“

Mit Roijakkers werden auch Co-Trainer Hylke van der Zweep, Athletiktrainer Domenik Theodorou und Advanced Statistic Scout Julian Meier den Klub verlassen. „Auch ihnen gilt unser ausdrücklicher Dank“, so Meinertshagen. Die intensive Suche nach einem neuen Trainer hat bereits begonnen. Auf dem Markt sind Mike Taylor (Hamburg), Doug Spradley, Björn Harmsen und Predrag Krunic. Mehr als 30 Coaches hätten sich schon gemeldet, sagt Meinertshagen.

„Wir wollen eine gute Entscheidung vor einer schnellen treffen. Der neue Trainer muss mit einem für BBL-Verhältnisse schmalen Etat hantieren.“ Geplant waren vor Corona zirka 3,5 Millionen Euro, was sich jetzt wohl kaum halten lassen wird. Trotzdem solle ein schlagkräftiges neues Team her, so Meinertshagen. Das sei kein Hexenwerk. Aber: Er und seine Mitsucher aus dem Gesellschafter-Kreis müssen nun nicht nur ein neues Team suchen, sondern eben auch noch einen neuen Trainer. Das wird spannend!  gsd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.