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Grandioses Veilchen-Silvester-Feuerwerk: Mit Platz sechs in 2023

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Von: Helmut Anschütz, Walter Gleitze

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Schreien bringt nichts: Bayreuths Ahmed Hill (rechts) kann den BGer Mark Smith (19 Punkte) nicht beeindrucken.
Schreien bringt nichts: Bayreuths Ahmed Hill (rechts) kann den BGer Mark Smith (19 Punkte) nicht beeindrucken. © Imago/Peter Kolb

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die BG Göttingen geht nach dem famosen 95:73 (53:33)-Sieg in Bayreuth, wo die Mannschaft drei Viertel lang ein fast geniales, vorweggenommenes Silvester-Punkte-Feuerwerk abbrannte, als Tabellensechster ins neue Jahr 2023.

Bayreuth/Göttingen – Nur fünf Mannschaften sind derzeit besser in Deutschland, und dazu gehören die Etat-Riesen wie der FC Bayern (geschätzt 20 Millionen Euro) und Berlin (12 bis 15 Mios.

), wogegen die Veilchen mit rund 3,5 Millionen ankleckern.

Vier Siege in Folge hat es in der Bundesliga-Historie der BG noch nicht gegeben. Mit dem überragenden Erfolg in Bayreuth sind die Veilchen auf dem besten Weg, sich für die Playoffs zu qualifizieren. Nach zwölf Spieltagen: acht Siege, vier Niederlagen. Die Erfahrung vieler vergangener Jahre hat gezeigt, dass zum Liga-Erhalt plus/minus zehn Siege reichen. Doch sich um den Klassenverbleib jetzt noch bei den Göttingern Gedanken zu machen, wäre dann doch zu viel Understatement.

Trainer Roel Moors ist es gelungen, aus Individualisten eine Mannschaft zusammengeschweißt zu haben, die den Namen MANNSCHAFT auch verdient. Gleichwohl sind es immer andere Spieler, die zu den Erfolgen beitragen, was es den Gegner ungemein schwer macht, sich auf bestimmte Spieler zu konzentrieren, sie aus dem Spiel zu nehmen. Gelingt es denn mal dem gegnerischen Team, kommen andere Spieler bei den Veilchen aus der Deckung und sorgen dafür, unberechenbar zu sein.

Aktuelles Beispiel: Norwegen-Ass Harald Frey (26 Punkte in Braunschweig) kam in Bayreuth nur zu vier Freiwurf-Punkten. Nicht weiter schlimm! Dafür war Mark Smith erneut top drauf: 19 Zähler, Topscorer! Und erst die Big Men Harper Kamp: elf der ersten 15 BG-Punkte, Till Pape insgesamt 17 Zähler. „Ich hatte zuletzt ein kleines Loch, bin aber wieder sehr zufrieden“, sagte er bei MagentaSport. Das BG-Duo konnte Bayreuth einfach nicht stoppen und verteidigen. Zwei „Raketen“ waren auch das 55:33 per „Alley-oop“ von Mönninghoff auf Smith (Beginn drittes Viertel) und Geno Crandalls Dunk zum 77:46 (Beginn viertes Viertel), zugleich mit 31 Punkten die höchste BG-Führung.

Auffällig bei den Veilchen die Leichtigkeit und Spielfreude, mit der sie die Oberfranken von Mitte des ersten bis Mitte des letzten Viertels geradezu auseinandernahmen. Die BG mit einem Gala-Sahne-Abend, Bayreuth mit einem ganz schlechten Abend: „Katastrophe, ein Tag fürs Klo. Die BG hat gemacht, was sie wollte“, meinte medi-Coach Lars Masell deprimiert.

Ganz anders diesmal sein Kollege Roel Moors: „Das war ein gutes Spiel von uns. Wir haben 40 Minuten konstant gespielt, Druck auf den Ball ausgeübt und waren defensiv stark fokussiert. Auch in der Offensive haben wir den Ball gut bewegt, das Inside-Play genutzt und dann von dort kreiert. Manchmal gelangen uns einfache Körbe, manchmal Inside-Outside-Pässe. Ich bin mit der heutigen Leistung sehr zufrieden. Auch die Stimmung in der Halle war sehr gut, vor allem auch von unseren Fans, die den langen Weg auf sich genommen haben. Vielen Dank dafür.“

Weiter geht’s für die BG Göttingen schon am kommenden Mittwoch (19 Uhr) gegen den MBC – das für drei Monate letzte Spiel in der S-Arena. (Walter Gleitze und Helmut Anschütz/gsd)

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