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Größere Halle, höherer Etat: BBL-Strategie mit Brisanz für BG Göttingen

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Von: Helmut Anschütz

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Zwei gegen einen: Oldenburgs Ex-BGer Rihards Lomazs (links) bei Göttingens 75:93-Niederlage gegen Harald Frey (rechts) und Mark Smith.
Zwei gegen einen: Oldenburgs Ex-BGer Rihards Lomazs (links) bei Göttingens 75:93-Niederlage gegen Harald Frey (rechts) und Mark Smith. © Imago/Andreas Burmann

Drei Siege und jetzt die dritte Niederlage beim 75:93 in Oldenburg – dadurch rutschte die BG Göttingen aus den Playoff-Rängen auf Platz neun.

Göttingen – Nichts Dramatisches, auch wenn Göttingens norwegischer Spielmacher Harald Frey bei MagentaSport von einem „kleinen Rückschlag“ sprach.

Allerdings ist der Spielplan eine Krux, denn jetzt geht es zweimal gegen Euroleague-Starter Alba Berlin: Erst um Punkte am kommenden Sonntag (15 Uhr), dann am Sonntag darauf (erst um 20.30 Uhr!) im BBL-Pokal-Viertelfinale. Was auf die Veilchen zukommt, dürfte klar sein.

Etwas Großes kommt auf die BG auch in einem längeren Zeitraum zu: Am vergangenen Freitag veröffentlichte die BBL GmbH eine Presse-Mitteilung unter dem Motto „Triple Double: BBL stellt die Weichen für die kommenden zehn Jahre“. Und weiter: „Strategie 2032 als nächster Schritt nach der Vision 2020“.

Auf der BBL-Tagung Montag und Dienstag vergangener Woche, an der auch BG-Chef Frank Meinertshagen teilnahm, hat die Liga die Wachstumsstrategie bis 2032 „mit breiter Mehrheit“ verabschiedet. Eine Weichenstellung, um das substanzielle Wachstum für weitere zehn Jahre fortzusetzen.

Was für große Klubs wie München, Berlin, Hamburg, selbst Ulm und Oldenburg eher zweitrangig ist, bedeutet für Klubs wie die BG eine erhebliche Brisanz. Denn Kernpunkte der Strategie sind vor allem die Klub-Budgets und die Hallen-Kapazität, was gerade wie die Faust aufs Auge zur nervenden Diskussion um die Sperrung der S-Arena wegen der Bomben-Beseitigung passt.

Mindest-Etat: Er soll bis 2032 von derzeit drei auf dann sechs Millionen Euro steigen. 2023/24 bleibt er noch bei drei Millionen. In Halb-Millionen-Schritten soll er alle zwei Jahre steigen.

Hallen-Kapazität: Ab 2032 soll sie mindestens 4500 Plätze betragen. „Ein Stück weit“ soll sie sich an der Größe der Stadt bemessen. Erforderlich ist eine Mindestkapazität von einem Prozent bezogen auf die jeweils nächsten 100 000 Einwohner. Ein Klub in einer Stadt mit 650 000 Einwohnern muss eine Halle mit 7000 Plätzen vorweisen.

Die neue BBL-Strategie knüpft fast nahtlos an die derzeitige Hallen-Problematik bei der BG an. Erneut wird die S-Arena ab Januar für fast drei Monate gesperrt, weil mehrere Weltkriegsbomben entschärft oder kalkuliert gesprengt werden sollen. So ist die BG mit dieser Halle immer weniger glücklich. Beim letzten Heimspiel gegen Würzburg hatte die BG die zweitschwächste Zuschauerzahl an diesem Spieltag. „Die Sperrung hilft uns nicht“, sagte BG-Chef Meinertshagen bei MagentaSport. In der vierten Corona-Saison müsse man die Fans überzeugen, in die Halle zu kommen.

Sc hon seit mehreren Jahren weist er darauf hin, dass die S-Arena eben „eine bessere Schulturnhalle“ ist. So ist die BG gegenüber anderen Erstliga-Stadtorten immer weniger konkurrenzfähig. „Wir haben zu wenige gute Sitzplätze“, so der Veilchen-Geschäftsführer. Und seit Jahren macht er sich für eine neue, größere Halle als die S-Arena stark, die 2010 aus dem Konjunkturprogramm II finanziert wurde, aber – für Göttingen nicht untypisch – nur eine halbe Lösung darstellt. „Wir brauchen die neue Halle“, verwies Meinertshagen auch erst am Sonntag beim Spiel in Oldenburg gebetsmühlenartig wieder auf die eben sonst fehlende Konkurrenzfähigkeit hin. „Die BBL-Beschlüsse sind total richtig“, sagte er weiter. „Unter sechs Millionen Euro Etat wird man nicht in der BBL spielen können.“ Die Umsetzung der BBL-Strategie 2032 wird also für die BG brisant. Das Liga-Papier stößt die Diskussion um die schwierige Situation um die S-Arena nur noch weiter an.

Weitere Strategiepunkte

Modus: Zur Steigerung der sportlichen Attraktivität und Zuspitzung werden ab 2023/24 „Play-In-Spiele“ eingeführt. Garantiert in den Playoffs sind nur die Plätze eins bis sechs, die Ränge sieben bis zehn spielen zwei zusätzlichen Playoff-Plätze aus in drei Partien (ähnlich wie im Eishockey). In den BBL-Pokal sollen in einer Qualifikationsrunde die ersten sechs Teams aus der 2. Liga einbezogen werden.

Kommunikation : Sie soll mit dem neuen Medienpartner „DYN Media“ weiter ausgebaut werden. Alle Klubs müssen eine Vollzeitstelle im „Digital Content Management“ schaffen.

Mehr Breite: Bis 2032 soll in 15 000 deutschen Grundschulen Basketball angeboten werden. Eine gezielte Regionalentwicklung wird Lizenz-Bedingung.

Ausbildung : Die Ausbildung von Bundesligaspielern durch eigene Nachwuchsarbeit soll stärker finanziell belohnt werden.  (Helmut Anschütz/gsd)

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