Basketball-Bundesliga: BG Göttingen kassiert in Oldenburg vierte Pleite in Folge - 70:74

Gutes Spiel, aber verloren

Ins Straucheln geraten: Die Szene mit Spielmacher Trent Meacham ist derzeit symptomatisch für die BG Göttingen. Sein Dreier kurz vor Ende zum 70:72 sorgte nicht mehr für eine Wende. Foto: zje

Oldenburg. Die Szene in der 32. Minute sprach Bände: Mike Scott lief einen Konter und es war ein Leichtes für ihn, zwei weitere Punkte für die BG Göttingen beim Niedersachsenderby in Oldenburg zu erzielen. Allein – der Versuch misslang zweimal. Irgendwie symptomatisch für die Veilchen im Januar/Februar 2011: Sie wollen, aber sie können nicht. Dass es am Ende nach 40 starken Minuten doch die vierte Niederlage in Folge gab, war einmal mehr bitter. Die Qualifikation für die Play-offs gerät immer mehr in Gefahr.

„Das war das dritte Spiel, in dem wir lange geführt haben, aber vielleicht fehlt uns der Sprit“, merkte Coach John Patrick hinterher an. „Wir waren nicht aggressiv genug in der ,crunch time’“. Das ist die Phase in einem Basketball-Spiel, in der es um alles geht. Und da versagten den Veilchen in Oldenburg die Nerven. Vor allem konnten sie da Luka Bogdanovic nicht stoppen. Dreimal fast der gleiche Spielzug - dreimal versenkte Oldenburgs Nachverpflichtung einen Dreier.

Elf Punkte in Folge kassiert

Zuvor im dritten Viertel passierte genau dasselbe mit Rickey Paulding. Auch der Baskets-Kapitän schenkte den BGern drei Dreier ein und sorgte damit auch dafür, dass es eine Wende im Spiel gab. 44:36 hatten die Göttinger geführt, doch nach einem 11:0-Lauf lag Oldenburg mit 47:44 in Führung. Irgendwie schien es, als fehlten den BGern bei ihrer Führung noch zwei oder vier Zähler - und die kritischen Baskets-Anhänger hätten ihr Team niedergemacht. Aber einmal mehr fehlte dem Patrick-Team wohl auch der Killer-Instinkt.

Eigentlich aber zeigten die Göttinger bei den von ihren Individualisten lebenden Oldenburgern eine gute, eine starke Vorstellung. Trent Meacham schaffte eines seiner guten Spiele, doch es zeigte sich erneut, dass der BG ein Back-up-Guard, ein zweiter erfahrener, von Trainer Patrick geforderter Spielmacher abgeht. Louis Dale bekam nach Fehlern wenig Einsatzzeit, Dwayne Anderson fehlte nach seinem Comeback noch die Bindung.

Akzente setzten John Little mit seiner bekannten Energie und Antoine Jordan, als er zu Beginn des zweiten Viertel mit zwei schnellen Körben und einem Dreier für den Umschwung zugunsten der Lilanen sorgte. Licht und Schatten wieder bei Jason Boone: Manchmal teilnahmslos, dann aber doch wieder unterm Korb präsent.

Drei Baskets mit drei Dreiern

Prima, wie die BG Oldenburg-Star Lou Campbell aus dem Spiel nahm und auch Eddie Gill ausschaltete. Gegen Mindaugas Lukauskis (auch drei Dreier) klappte dies indes ebenso wenig wie gegen die in der zweiten Halbzeit auftrumpfeneden Paulding und Bogdanovic. „Ihre big shots taten weh“, so Patrick.

Bezeichnend auch das Rebound-Verhaltnis: 40:27 für die Baskets. Krass im Gegensatz dazu die 21 Oldenburger Ballverluste, die auch aus 15 BG-Steals („Ball-Klau“) resultierten. „Unser Spiel-Plan ging nur 35 Minuten auf“, jammerte Patrick. „Gegen Oldenburgs Zone waren wir sehr passiv. Wir müssen zurück zu den Grundlagen, um enge Spieler zu gewinnen. Von den Play-offs müssen wir im Moment nicht träumen.“ Eher vom Eurocup, in dem es am Mittwoch gegen Saloniki geht. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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