Basketball-Bundesliga Männer

Gutes Spiel der BG Göttingen, „rote Karte“ für Trainer Moors

20 Punkte, 11 Rebounds – ein „Double-Double“: Göttingens endlich wieder starker Center Tai Odiase (am Ball) gegen Ludwigburgs Oscar Da Silva.
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20 Punkte, 11 Rebounds – ein „Double-Double“: Göttingens endlich wieder starker Center Tai Odiase (am Ball) gegen Ludwigburgs Oscar Da Silva.

Die kleine Erfolgsserie von drei Siegen hintereinander ist gerissen. Gegen Spitzenreiter MHP Riesen Ludwigsburg mit Ex-BG-Coach John Patrick (erst zwei Niederlagen) verlor Basketball-Bundesligist BG Göttingen mit 81:90 (40:50).

Göttingen – Die Veilchen lieferten eine gute Partie, die aber nicht belohnt wurde. Pech hatten sie dabei nicht nur, aber unter anderem mit strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen.

Die Gravierendste: Nach 30:45 Minuten musste Trainer Roel Moors nach zwei Technischen Fouls wegen Meckerns die Coaching Zone verlassen, bekam „Basketball-Rot“. Assistent Thomas Crab musste übernehmen.

Die Frage vor dem Spiel war: Wie soll man dieses Match gegen den Tabellenführer angehen in dem Wissen, dass bereits am Mittwoch (20.30 Uhr) die wichtigere Partie gegen FC Bayern-Bezwinger Gießen ansteht? Die Veilchen ließen die Zügel nicht schleifen, sondern hielten in der ersten Halbzeit geschickt und durchaus clever dagegen. Mathis Mönninghoff brachte die BG nach dem ersten Rückstand per Dreier erstmals in Front, Aubrey Dawkins’ Dreier bedeutete das 10:9.

Und dann wieder Rihards Lomazs! Der Lette knüpfte an seinen Sensations-Auftritt gegen Bonn (38 Punkte) an, sorgte per Drei-Punkt-Spiel für das 15:11. Per Dreier schloss Spielmacher Deishuan Booker das erste Viertel zum 24:20 ab. Eine höhere Führung vergab die BG durch ein halbes Dutzend zu riskanter Angriffe, die in leichtfertigen Ballverlusten endeten.

Dennoch blieben die Göttinger auch im zweiten Viertel zunächst konzentriert. Booker führte gut Regie, während Luke Nelson oft zu überhastet agierte. Immer wieder suchten die BGer Lomazs, der das Vertrauen auch rechtfertigte: 16 Punkte zur Pause, ein sehr gutes Spiel bis dahin von ihm. Einen 31:38-Rückstand machten die BGer fast wieder zum 37:38 wett. Erst nach dem 39:41 mussten sie abreißen lassen, auch weil Lomazs ein Technisches Foul wegen Meckerns kassierte, weil er keinen Foul-Pfiff erhielt. 40:50 zur Halbzeit, auch weil die BG zwölf Turn-over aufwies – bei einem Rebound-Verhältnis von 21:14.

Vom Pausenrückstand ließ sich die BG aber nicht beirren, sondern kam durch einen 12:2-Lauf auf 52:54 heran. Der wieder immer stärker werdende Center Tai Odiase glich beim 62:62 aus, traf auch zur 66:62-Führung.

Dann die verhängnisvolle 31. Minute: Coach Moors bemängelte mit der dabei üblichen kreisenden Handbewegung einen Schrittfehler, kassierte das erste „T-Foul“, meckerte – und bekam das zweite = Hallenverweis. Zuvor waren Rihards Lomazs (T-Foul) und Mathis Mönninghoff (Unsportliches Foul) schon „extra“ bestraft worden.

Ein Witz und psychologisch ganz schwach

Trainer Moors über die „technischen Fouls“ der Schiris gegen ihn

Wie so oft hatte Moors’ „Rot“ auch Einfluss auf seine Spieler. Sie wurden etwas nervös, der Spitzenreiter blieb cool und zog langsam davon. Lomazs warf die Veilchen zwar nochmal auf 79:83 heran, aber in Gefahr zu bringen waren die Schwaben in den letzten Minuten nicht mehr. Doch für diesen Erfolg bei der BG mussten sie richtig ackern.

Moors war hinterher untröstlich: „Ich war kein gutes Vorbild, aber die Technischen Fouls waren eine Ungerechtigkeit, ein Witz und psychologisch ganz schwach von den Schiris.“

Am Ende gaben die Zweierquote (51:63 Prozent), 22:14-Assists und die Ballverluste (16:9 gegen die BG) den Ausschlag für Ludwigsburg. Trainer John Patrick: „Göttingen war sehr gut vorbereitet. Ich bin sehr froh, hier gewonnen zu haben.“  (Helmut Anschütz/gsd)

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