Halbzeit-Bilanz: Gute Vorrunde, aber für BG war noch mehr drin

Klare Worte in der Auszeit: Göttingens Trainer Johan Roijakkers (Mitte) richtet sein Team während der Spielunterbrechung neu aus. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Halbzeit nach 16 Spielen in der Basketball-Bundesliga für die BG Göttingen. In der Zwischenbilanz beleuchten wir verschiedene Aspekte.

RÜCKBLICK

So schön der erste Auswärtssieg in Hagen auch war: Wegen der Phoenix-Pleite wurden die Punkte aus der Wertung genommen. So bleibt es bei bisher zwei Auswärtserfolgen (in Ludwigsburg und Braunschweig). Denen stehen vier Heimsiege gegen Bremerhaven, Frankfurt, Vechta und Tübingen gegenüber – und auch vier Heimpleiten gegen München (die höchste Saisonschlappe/63:94), Bonn, Gießen und Jena. Auswärts setzte es sechs Niederlagen, zuletzt das schwache 65:89 in Ulm.

TRAINER

Johan Roijakkers (36) coacht die BG in der fünften Saison. Sein Drei-Jahres-Vertrag datiert noch bis Ende kommender Spielzeit (2017/18). Nichtsdestotrotz wurde er im Dezember um noch drei weitere Jahre bis Ende der Saison 2020/21 verlängert. Ein Vertrauensbeweis erster Güte für den Niederländer, der in der BBL von der Konkurrenz fast ungläubig registriert wurde.

TEAM

Mit dem neuen Kapitän Dominik Spohr, Mathis Mönninghoff und Malte Schwarz waren drei Spieler geblieben. Das deutsche Trio hatte bisher „Leistungs-Ausreißer“ nach oben, aber auch mehrere Tiefpunkte. Getragen wird das Team überwiegend von ausländischen Spielern – wie bei den meisten BBL-Mannschaften. Der Niederländer Leon Williams zeigt gute Ansätze, ihm fehlt aber noch die Konstanz. Der erfahrene Benas Veikalas versucht es oft zu gut zu machen, läuft dabei Gefahr, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Unumstrittener Boss auf dem Parkett („Floor General“) ist Alex Ruoff: Die BG „lebt“ von ihm, doch auch der Chef trifft nicht immer die vermeintlich richtigen Entscheidungen. Darius Carter fehlt als Power Forward ab und an die Power, sich durchzusetzen. Adam Waleskowski bleibt der unspektakuläre, solide „Arbeiter“. Jesse Sanders bringt Tempo ins Spiel, agiert aber oft zu „ballverliebt“ – vielleicht mal schneller abspielen? Scott Eatherton hatte einen Super-Start und schon fünf „Double-Double“. Doch je länger die Saison dauerte, desto mehr stellten sich die Gegner auf den 2,06 m-Center ein. Sein Überraschungseffekt schwindet.

UMFELD

Im Mittelpunkt steht hier das neue Trainingszentrum neben der S-Arena, das für 4,2 Millionen Euro von der Göttinger Sport- und Freizeit-Gesellschaft gebaut wird. Die BG ist ebenso Untermieter wie das Rehazentrum Junge, das am Schützenplatz eine Dependance in dem Gebäude eröffnet. So sind die Wege für die Profis kurz, es wird keine Zeit mehr verschenkt mit dem Fahren zu verschiedenen Trainingshallen. Einhellige Meinung von BG-Verantwortlichen, Trainern und Spielern: „Ein Quantensprung für uns!“ Das Trainingszentrum dient auch den Nachwuchsteams, so werden woanders Kapazitäten frei.

AUSBLICK

Okay, durch Hagens Aus gibt’s nur einen Absteiger. Schon mal ein großer Vorteil. So erfreulich die 12:20-Punkte sind: Beim bevorstehenden Programm (nach Würzburg am Freitag schon wieder gegen Ulm, in Gießen, gegen Oldenburg, in München und Jena) ist es möglich, dass die BG in der Tabelle abrutscht. Durch vier, fünf weitere Siege sollte der Abstiegskampf nicht so spannend werden wie 2016. Das „P-Wort“ (Playoffs) verbietet sich von selbst, solange Spiele wie zuletzt in Ulm oder auch in Würzburg verloren gehen. (haz/gsd-nh)

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