Bei Hallenfußballturnier

Hallensprecher der BG Göttingen zusammengeschlagen: "Es war heftig"

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Jan-Philipp Brömsen

Göttingen/Bremen. Im Nachklang zu den Ausschreitungen beim Hallenfußballturnier des TuS Komet Bremen-Arsten, bei dem Nils Leunig als Trainer von Junioren-Niedersachsenligist Göttingen 05 verletzt wurde, beklagt sein Trainer-Kollege Jan-Philipp Brömsen die Eskalation der Gewalt.

„Das ging ganz schnell und hat auch nicht lange gedauert, aber es war heftig“, meinte Brömsen, der sich den Trainer-Job bei den 05ern mit Leunig teilt.

Das war geschehen: Nils Leunig, im Hauptberuf Ticketing-Manager und Spieltags-Organisator beim Basketball-Bundesligisten BG Göttingen, wollte seinen Kapitän Robin Hartwig schützen. Der war zuvor von einem Spieler der zweiten Mannschaft des Veranstalters Arsten übel per Bodycheck an die Bande gedrückt worden, woraufhin es zu Handgreiflichkeiten kam.

Als Hartwig von Gegenspielern gewürgt wurde, ging Leunig dazwischen und zog Hartwig aus dem Tumult heraus. Das nahmen Spieler des TuS Komet Arsten II zum Anlass, sich nun Leunig „vorzuknöpfen“. „Die haben sich dann ganz und gar auf mich konzentriert, mich zu Boden geworfen und mich, als ich am Boden lag, getreten“, berichtete Leunig.

Die zum Hallenturnier gerufene Polizei nahm drei Strafanzeigen wegen Körperverletzung auf. Wer sie gestellt hat, wollte Brömsen nicht preisgeben, um die Spieler zu schützen. Beispielsweise, damit sie nicht auch noch verbal angegangen werden. Denn einige der Verursacher der Schlägerei brüsten sich in sozialen Netzwerken über ihr eigenes Verhalten.

Brömsen hat inzwischen per Email Kontakt zum Bremer Fußball-Verband aufgenommen und ist daran interessiert, dass die Täter auf sportrechtlichem Weg zur Rechenschaft gezogen werden. Schwierig sei aber, so der 05-Coach, die Täter genau zu bestimmen, denn das Turnier sei nicht angemeldet gewesen, es habe keine Mannschaftsaufstellungen gegeben und auch die Namen der Schiedsrichter seien nicht bekannt. Man habe drei der Täter nur nach den Rückennummern ausmachen können.

Verwundert habe Brömsen auch, dass der Trainer der zweiten Arstener Mannschaft, deren Spieler die Schlägerei angezettelt hatten und die nur eingesprungen sei, weil andere Teams abgesagt hatten, die Referees verantwortlich machte, nicht eingeschritten zu sein.

Brömsens Trainer-Pendant Nils Leunig hatte Rippenprellungen und Kopfverletzungen davon getragen, als er von Arstener Spielern sogar noch auf dem Boden liegend weiter attackiert wurde,.

05 führte zu diesem Zeitpunkt schon 7:1. Brömsen wollte nach der Randale sofort abreisen, doch sein Team wollte das Turnier zu Ende spielen, wurde letztlich Vierter.

Nils Leunig: „An diesem Turnier werden wir nicht mehr teilnehmen. Da wurden Grenzen überschritten.“ Brömsen: „Unsere Spieler sind oft auch keine Kinder von Traurigkeit. Aber was in Bremen von der anderen Seite ausging, war schlimm.“

05 hatte sich mit der Teilnahme an dem Turnier in Bremen, das – so Brömsen – nicht gehalten habe, was es vom sportlichen Niveau her versprach, auf den großen Junior-Cup in Göttingen (7. bis 10. Januar 2016 in der Lokhalle) einstimmen wollen. Zu einem weiteren Vorbereitungsturnier in Dransfeld schickt 05 nun nicht seine U 19-Mannschaft, sondern die U 18, um nicht weitere Verletzungen zu riskieren. (gsd)

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