Ein "Hammer-Hummer" ist zu wenig für die BG Göttingen

Starkes Debüt: BG-Neuzugang Ian Hummer, hier gegen den Bonner Neuzugang Sean Marshall, war mit 19 Punkten bester Göttinger. Foto:  Wolter/bf

Bonn. Nach drei Wochen Spielpause konnte die BG Göttingen ihre Position im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga auch beim Auswärtsspiel bei den Telekom Baskets Bonn nicht verbessern.

Vor 6000 närrischen Zuschauern verloren die Veilchen im „Karnevalsspiel“ der Rheinländer mit 84:92 (34:50) und bleiben Vorletzter. Am kommenden Mittwoch steht nun das noch wichtigere Auswärtsmatch bei den Crailsheim Merlins an.

Einen tollen Einstand feierte in Bonn aber BG-Neuzugang Ian Hummer. Er war für eine Premiere der Hammer. 19 Punkte und zehn Rebounds: Beim Klub-Debüt gleich mal ein „Double-Double“ – das kann sich sehen lassen. „Ich will vor allem dem Team helfen“, meinte der Neuzugang nach dem Spiel. „Ich hatte einige leichte Würfe, meine Mitspieler haben mich gesucht. Wir haben eine gute Mannschaft.“

Lob für Hummer vom Trainer

„Ian hat fantastisch gespielt“, lobte BG-Coach Johan Roijakkers. Er hatte Hummer schon im vergangenen Sommer auf dem Zettel. „Aber da konnten wir uns ihn noch nicht leisten.“ Hummer agierte sehr beweglich, mit gutem Zug zum Korb, punktete vor allem „inside“, also in der Zone unter der Reuse. Das verschaffte ihm ebenso Anerkennung von Bonns Trainer Carsten Pohl: „Er ist ein schlauer Spieler, hat Einsatz und Herz gezeigt. Er wird der BG noch extrem helfen.“

Viel Lob, das sich aber nicht alle BGer verdienten. Auf Mathis Mönninghoff war Roijakkers in der ersten Halbzeit sauer, nachdem der Ex-Trierer drei Korbleger unkonzentriert vergeben hatte. Malte Schwarz spielte nach seinem Verletzungs-Comeback nur 2:52 Minuten. Auch Robert Kulawicks Effektivität war überschaubar.

So war von den Deutschen allein Dominik Spohr durch seine vier Dreier ein Faktor. David Godbold traf seine Würfe nicht, ein Rückfall in seine weniger guten Zeiten. Drei Viertel lang enttäuschend auch Terrell Everett. Er punktete erst in der Schlussphase, als die BG ihre Aufholjagd nach dem fünften Foul von Bonns Spielmacher Gino Lawrence (33.) startete und nach einem 17-Punkte-Rückstand auf minus 5 verkürzte. „Garbidge-Points“ (Müll-Punkte) nannte der BG-Coach die Resultatsverbesserung, die letztlich nichts brachte, aber zumindest belegte, dass sich die Veilchen nicht hängen ließen und kämpften.

„Wenn wir hinten liegen, können wir nicht mehr gewinnen“, brachte es Roijakkers auf den Punkt. 20 Zähler scorte Bonn im ersten Viertel, gar 30 im zweiten – 50 Gegenpunkte zur Pause sind einfach zu viele, um auswärts noch zu siegen. Bei den Bonnern traf zunächst Florian Koch, dann hatten die Göttinger Mühe, sich gegen 125-Kilo-Koloss Yancy Gates zu behaupten, und am Ende lief Rotnei Clarke heiß. Bei den BGern war die Last letztlich auf zu wenige Schultern verteilt – neben Hummer glänzten eben nur noch Harper Kamp (ebenfalls ein „Double-Double“: 16/10), Khalid El-Amin (zweite Halbzeit) und Spohr.

„Wir haben zu viele Rebounds zugelassen und zu langsam auf Abwehr umgeschaltet“, analysierte Spohr richtig, „Wir müssen das Bonn-Spiel jetzt schnell aus den Köpfen kriegen.“ Am Sonntag war trainingsfrei, am Montag startet die kurze Vorbereitung aufs Schicksalsspiel in Crailsheim, zu dem die BG schon am Dienstag aufbricht. 

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