Basketball-Bundesliga Männer

Harte Kritik vom Kapitän: Hängt bei BG der Haussegen schief?

Herbe Kritik vom Kapitän: Göttingens Akeem Vargas (308 Spiele für Berlin) mit BG-Trainer Roel Moors als Schattenmann.
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Herbe Kritik vom Kapitän: Göttingens Akeem Vargas (308 Spiele für Berlin) mit BG-Trainer Roel Moors als Schattenmann.

„Der Ton bei der BG wird rauer“, schrieb die HNA am vergangenen Freitag. Geschäftsführer Frank Meinertshagen hatte scharfe Kritik geübt („So steigen wir ab!“) nach dem schlechten letzten Viertel gegen Frankfurt (13:31 bei der 89:93-Pleite).

Göttingen – Die Fans gifteten in den sozialen Medien gegen Coach Roel Moors. Und auch Trainer Moors fuhr schwere Geschütze auf („Einige können oder wollen nicht verteidigen“). Jetzt sorgte nach dem 58:89 in Berlin erstmals auch ein Spieler für starken Tobak.

Akeem Vargas’ Erklärung, woran die Pleite lag: „Leider lag es am Einsatz. Ich glaube, einige Jungs in der Mannschaft kamen heute nicht hier her um 40 Minuten zu spielen. Unabhängig davon, was Alba macht. Wir wissen, dass sie ein sehr gutes Team sind. Wir wussten, dass es superschwer werden wird. Aber man darf den Kopf nicht in den Sand stecken und das haben heute einige getan. Das finde ich als Kapitän ein bisschen inakzeptabel“, kritisierte Vargas, selbst in dieser schwierigen Saison nicht gerade ein Leistungsträger, seine Teamgefährten bei MagentaSport. Sieht fast so aus, als hänge bei den Veilchen jetzt Haussegen schief. „Wir fallen immer wieder in ein Loch. Wenn es spielerisch nicht läuft, muss man umso mehr kämpfen. Unser generelles Problem sind die Achterbahnfahrten“, so Vargas.

Kritik gegenüber den eigenen Mitspielern ist eigentlich unter Profisportlern verpönt, ein No-Go. Wenn der Kapitän nun öffentlich Missstände anprangert – wie sieht es dann mit der „Team-Chemie“ aus? Für Zusammenhalt spricht der Frust-Kommentar von Vargas kaum. War er eine letzte Warnung, ein Weckruf kurz vor zwölf?

Einmal mehr waren es die Inkonstanz und die Disziplin, die Coach Moors auch gegen Berlin nicht das erste Mal anprangerte. „Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit in der Verteidigung mit viel zu wenig Energie gespielt. Auch in der Offensive haben wir nicht konsequent genug agiert. Wenn solche grundlegenden Dinge fehlen, hat man gegen ein Team wie Alba keine Chance“ sagte Moors.

Auffällig auch, dass die beiden Point Guards Luke Nelson und Deishuan Booker keine Faktoren waren. Beide blieben damit erst das je zweite Mal punktlos und produzierten von den wieder einmal viel zu vielen 20 Ballverlusten zusammen sieben.

Noch hat die BG sechs Punkte oder drei Siege Vorsprung vor den letzten beiden Mannschaften Vechta und Gießen. Ein trügerischer und alles andere als sicherer Vorsprung, auf den man sich auf keinen Fall verlassen sollte! Während Vechta nach acht Pleiten in Folge mit dem klaren 92:77-Heimsieg gegen Topteam Ulm ein Zeichen im Überlebenskampf setzte und Gießen nur unglücklich und knapp in Frankfurt (79:82) verlor, knickten die Veilchen in Berlin total ein.

Gegen die beiden Tabellenschlusslichter muss die BG in Kürze noch spielen: am 27. März in Vechta, am 7. April zuhause gegen Gießen. In Vechta sahen die Göttinger in Punktspielen meistens ebenso schlecht aus wie zuhause gegen Gießen. Die wichtigen Spiele kommen für die BG also erst noch.  (Von Helmut Anschütz Und Walter Gleitze/gsd)

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