„Theo“ macht die Veilchen flott

Harter Trainingsauftakt bei Basketball-Bundesligist BG Göttingen

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Wenn Veilchen schwitzen Wellenmacher: Der zurückgkehrte „Trainingsgast“ Nick Livas bewegt die Seile, die schwer wie Schiffstaue sind, im gegenläufigen Rhythmus

Göttingen. Nein, es war nicht das Hausfrauen-Aerobic für Fortgeschrittene am Freitag ab 11.20 Uhr in der Göttinger S-Arena. Nach den Trainings-Utensilien hätte man aber gut und gerne darauf schließen können.

Harte Schaumrollen, weiche Liegematten, Massagestäbe, weiße Golfbälle, etwas größere lila (wie passend...) Gummibälle, noch größere leichte pinkfarbene Styropor-Bälle, Gummibänder und dergleichen mehr Trainingsgeräte benutzen die Spieler von Basketball-Bundesligist BG Göttingen. Es war eine eher ungewöhnliche erste Trainingseinheit vor der am 3. Oktober beginnenden Saison. Denn den Ball bekamen die Jungs um den bisherigen Kapitän David Godbold nicht in die Hände.

„Das bleibt auch die nächsten zwei Tage so“, meinte Chefcoach Johan Roijakkers, der den Start seinem neuen Athletik-Trainer und Teammanager Domenik Theodorou (29) überlässt. Ganz leise ist es in der riesigen S-Arena, nur die Lüftung rauscht, als Theodorou jede Übung auf englisch haarklein erklärt. Zehn Spieler sind dabei, darunter die Neuen Mathis Mönninghoff, Malte Schwarz, „Moe“ Hatten und „Trainingsgast“ Nick Livas. Der gerade verpflichtete Ruben Boykin fehlt noch.

Wahrscheinlich ist er am Sonntag beim Training dabei, ebenso wie der am Freitagnachmittag verpflichtete neue Spielmacher Armon Johnson (26) aus Chicago – bei der BG scheint es jetzt bei den letzten Spielerverpflichtungen Schlag auf Schlag zu gehen. Der Ex-NBA-Spieler (Portland Trail Blazers/41 Spiele, New Jersey Nets/8). Für einen Pointguard ist er mit 1,91 m ziemlich groß. Sein Zug zum Korb und seine Rebounds zeichnen ihn aus. Beim BC Astana (Meister Kasachstan) hatte Johnson (2012 US-Gehalt 788 872 Dollar) eine schwere Knieverletzung – das erinnert an Raymar Morgan und Khalid El-Amin. Über Valladolid (Spanien/elf Einsätze) und Le Mans (Frankreich/nur fünf Spiele) kommt er nun zur BG. „Er hilft uns, Würfe zu kreieren“, sagt Roijakkers.

Aktualisiert
um 20.30 Uhr.

Von dieser Verpflichtung wussten seine neuen Teamgefährten Freitagmittag noch nichts. Ab 13 Uhr scheuchte Theodorou die Veilchen durch einen Parcours mit sieben anstrengenden Stationen. Klimmzüge in Schräglage am Barren, schwere Seile wie Schiffstaue schwingen, Gewichte stemmen, die Fußarbeit verbessern – das zehrt ungemein an den Kräften. „Es geht um die Rumpf-Stabilisation“, erklärt Theodorou die Übungen, deren Daten von einem Sender auf dem Rücken der Spieler aufgezeichnet werden. Der „gläserne Basketballer“: Immer mehr bedient sich der Sport der Wissenschaft.

Die Gerätschaften für die Spieler (in braunen Shirts mit Initialien) haben eine vierstellige Summe gekostet, verrät der BG-Fitmacher, unter anderem auch ein Gerät für Balance-Übungen, das wie drei zusammengeschraubte Wisch-Mobs aussieht. „Wir wollen Verletzungen reduzieren, die Spieler auf den Punkt fit bekommen“, sagt Theodorou.

Ende der ersten Einheit um 13.15 Uhr. Die Spieler nehmen sie gequält zur Kenntnis. Sie wissen aber, dass dieser Einsatz notwendig ist.

 

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