BASKETBALL-BUNDESLIGA 

Heißer Hundt: BG Göttingen entzaubert Merlins Crailsheim

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Diesmal nur Beobachter: BG-Tausendsassa Bennet Hundt (links) sieht, wie Dennis Kramer Crailsheim Sebastian Herrera blockt.   

Was für ein Auftakt für die BG Göttingen in das Basketball-Finalturnier im Münchener Audi-Dome! Als hätte es die mehr als zweimonatige Corona-Pause nicht gegeben, knüpften die Veilchen an ihre gute Form von Anfang März an mit neun Siegen aus elf Spielen und schlugen die Merlins („Zauberer“) Crailsheim mit 89:78 (51:42) – ohne die drei Abgänger Dylan Osetkowski, Kyan Anderson und Adam Waleskowski. „Ein sehr schöner Start“, resümierte Trainer Johan Roijakkers.

Dass dieses Trio bei den Veilchen fehlte, war dem Team nicht unbedingt anzumerken. Die beiden eingesprungenen Holländer Leon Williams (zwei Zähler, schon 2016 bis 18 in Göttingen) und Center Jito Kok (8) fügten sich fast nahtlos in die vorhandene Mannschaft ein und leisteten wertvolle Teamarbeit. „Ich bin froh, dass sie hier sind“, meinte Roijakkers hinterher. „Kok hat einen guten Job gemacht, Williams war gut in der Defensive.“ Dennoch hatte das Holland-Duo letztlich nur eine Nebenrolle.

Denn der Held der Partie hieß eindeutig Bennet Hundt (21). Der kleine Pointguard war in seiner Spiellaune nicht zu stoppen und avancierte zum Matchwinner für die BG. 30 Punkte steuerte der Jung-Nationalspieler bei, darunter fünf tolle Dreier. Damit stellte er auch eine neue persönliche Bestmarke auf, nachdem er gegen Ludwigsburg schon mal 25 Zähler erzielt hatte.

„Das ist kein Zufall, Bennet hat ein hohes Spiel-Verständnis. Und er hat ,big balls’“, lobte Roijakkers. „Ich hatte heute einen tollen Tag, das ist natürlich super. Aber am wichtigsten ist der Sieg der Mannschaft“, blieb Hundt bescheiden. „Ich war natürlich froh, dass es so gelaufen ist.“ Schon zur Pause hatte er 15 Punkte auf seinem Konto, denen er ebenso viele in der zweiten Hälfte folgen ließ. Klar, dass der Held des Tages bei Interviews gefragt war.

Doch die Veilchen hatten natürlich noch weitere Aktivposten. Zum Beispiel Mihajlo Andric, der nicht nur nach Punkten bemessen (18, vier Dreier) seine beste Leistung seit Langem zeigte. Zum Beispiel auch Terry Allen, der inklusive drei Dreiern 14 Zähler beisteuerte. Fast seltsam der Auftritt von Alex Ruoff. Nach außen hin wirkte der Kopf des Teams eher unauffällig, doch wenn man genau hinschaute, kam er bei seinem „Double-Double“ (12 Punkte, 10 Vorlagen) auf eine starke Bilanz.

Einen entscheidenden Fakt sprach Coach Roijakkers an. Sein Team sei in Bezug auf Energie und Fitness den Merlins überlegen gewesen. Ein direktes Lob für Athletik-Coach Dominik Theodorou, der das Team in den vergangenen Wochen nach der Pause wieder auf Trab brachte. „Ich war überrascht vom Niveau in der ersten Halbzeit. In der zweiten gab es dann einige Ups und Downs“, fasste Roijakkers zusammen. Auch die guten Freiwurf- (90 %) und Dreier-Quoten (44 %) trugen zum Sieg bei.

So gerieten die Veilchen letztlich nicht ein einziges Mal in Rückstand, auch wenn es in mehreren Phasen eng wurde. Doch auf mehr als drei Zähler ließen die Göttinger die Merlins nie herankommen. Was auch für Nervenstärke und Selbstbewusstsein spricht.

Nach dem spielfreien Montag geht’s Mittwoch gegen Oldenburg weiter. Roijakkers: „Vielleicht können wir da wieder überraschen.“  gsd

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