Basketball-EuroChallenge: Göttingen nach 72:64 in Gravelines unter den letzten 16

Mit Humba in Runde zwei

gravelines. „Aus-wärts-sieg, Aus-wärts-sieg“, skandierten die Göttinger Fans eine Minute vor Schluss emphatisch. Tatsächlich: Zu diesem späten Zeitpunkt stand der Erfolg der Veilchen bei BCM Gravelines Dünkirchen felsenfest. Mit dem 72:64 (32:32) bei den Nordfranzosen machten sie den Einzug in die zweite Runde der EuroChallenge zu 99,9 Prozent klar. Eine Riesensache, die die Anhänger in der fremden Halle mit der ersten „Euro-Auswärts-Humba“ und die Spieler mit der inzwischen üblichen Hopserei feierten.

Das 0,1-Prozent-Pünktchen erklärt sich aus folgender Tatsache: Verliert Spitzenreiter Göttingen das letzte Vorrundenspiel am kommenden Dienstag gegen Podgorica und gewinnt Gravelines gegen Kuban, haben außer den Russen alle Klubs zehn Punkte. Dann wird eine separate Tabelle gerechnet, in der es auf das Korbverhältnis ankommt. Dabei könnte sich Göttingen eine Niederlage mit bis zu 50 Punkten gegen die Montenegriner erlauben - und wäre dennoch in der Zwischenrunde. Solcher Rechnerei wollen die Veilchen indes mit dem fünften Sieg im sechsten Euro-Spiel einen Riegel vorschieben.

Wertvoller Image-Träger

„Dass wir so gut abschneiden, damit hätte ich nie gerechnet“, strahlte „starting five GmbH“-Geschäftsführer Marc Franz nach dem Triumph bei den Franzosen. „Die EuroChallenge ist extrem interessant. Allerdings müssen wir sehen, dass wir mit einer schwarzen Null abschließen“. Zu verdienen gibt´s auf internationaler Ebene außer Ruhm und Ehre eher nichts. Trotzdem: Je weiter die Veilchen kommen, umso mehr werden sie für Göttingen zu einem unbezahlbaren Image-Träger.

Zurück zum Spiel in Gravelines. Die Franzosen zogen per Blitzstart 9:0 weg. Göttingen konterte nach einer Auszeit mit einem 12:0-Lauf zum 21:18-Viertel-Erfolg. Wie verbissen gekämpft wurde, zeigte der zweite Abschnitt. Die Veilchen bekamen Cyril Akpomedah nicht in den Griff; er tauchte nach dem Wechsel aber ab. Schwergewicht Juan Edwards blieb per „Double-Double“ (13 Punkte, 10 Rebounds) konstant, doch nun heizte Clinton Johnson den Göttingern ein. Aber das Patrick-Team bewahrte die Ruhe, blieb zunächst cool. Ein Dreier von Oliver brachte die 49:39-Führung (28.). Der Sieg damit perfekt? Nein!

Zwei Dreier von Oliver

Durch Inkonsequenz gestattete Göttingen den Franzosen, auf 52:54 aufzuschließen - da kochte die Sportica-Arena! Aber wieder bewahrten die Veilchen die Nerven trotz des fünften Fouls (36.) für Chris McNaughton. Chris Oliver zeigte „Eier“ (O-Ton Patrick), versenkte zwei Dreier. Das war der zweite Euro-Auswärtssieg und Runde zwei! „Wir haben mit viel Energie auf hohem Level gespielt“, lächelte Oliver hinterher. „Das war wie ein Heimspiel in den Playoffs“, meinte Patrick. Und fuhr gestern mit dem Team zufrieden nach Hause. (gsd)

Aus Frankreich berichtet Helmut Anschütz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.