2. Basketball-Bundesliga: HNA-Interview mit Johan Roijakkers, dem neuen Trainer der BG Göttingen

„Ich lebe und esse Basketball“

Engagiert, weltoffen und schon weit herumgekommen: In Sachen Basketball ist der erst 31-jährige Niederländer Johan Roijakkers fast schon ein „alter Fuchs“. Foto: nh

Göttingen. Er soll die BG Göttingen wieder auf Vordermann bringen. Der Niederländer Johan Roijakkers ist der neue Trainer des Absteigers aus der Basketball-Bundesliga. Die HNA sprach mit ihm.

Hallo Herr Roijakkers, haben Sie besonders viel Mut?

Johann Roijakkers: „Wieso?“

Weil Sie einen Klub übernehmen, der fast völlig am Boden liegt.

Roijakkers: „Ich freue mich auf den Job in Göttingen, er ist eine gute Gelegenheit für mich. Für mich ist nicht wichtig, was in der Vergangenheit passiert ist. Ich will nach vorn schauen, und das sieht gut aus.“

Wie lauten ihre Perspektiven?

Roijakkers: „In zwei Jahren wollen wir wieder zurück sein in der BBL. Schwierig wird es jetzt aber mit den deutschen Spielern, zwei müssen ja in der 2. Liga immer spielen. Es sind aber nicht viele auf dem Markt.“

Gibt es schon erste Ergebnisse mit neuen Spielern?

Roijakkers: „Das ist zu früh. Ich schaue viel Videos, DVDs und nutze auch das Internet intensiv. Aber auch wenn es die neuen Spieler erst spät geben wird, ist das kein Problem.“

Wann gab es den ersten Kontakt und wie kam er zustande?

Roijakkers: „Den ersten Kontakt gab es vor drei Wochen über den Agenten Pat King, der früher in Mons und Bree spielte (und in Deutschland u.a. in Bonn, d. Red.). Ich habe dann einen Prospekt über Göttingen gelesen und hatte gute Gespräche mit Frank (Geschäftsführer Meinertshagen, d. Red.).“

Mit BC Prievidza, der den zweitkleinsten Etat hatte, wurden Sie slowakischer Meister. Göttingen hat nach der Insolvenz auch wenig Geld. Sehen Sie da Parallelen?

Roijakkers: „Ja, als ich in die Slowakei kam, hatte ich auch keine Spieler. Da konnte man aber zehn Amerikaner haben. In der 2. Liga brauchen wir aber eben immer zwei Deutsche auf dem Feld.“

Was halten Sie in der ersten Saison für möglich?

Roijakkers: „Wir wollen attraktiven Basketball spielen, mit Tempo, schnell, aber auch harte Defense. Mal abwarten, was wir für Spieler kriegen.“

Wie würden Sie sich selbst als Mensch beschreiben?

Roijakkers: „Ich arbeite sehr viel, bin nicht verheiratet, habe keine Kinder. Ich mache 25 Stunden Basketball am Tag, lebe und esse Basketball.“

Sie sind erst 31, aber schon sehr viel herumgekommen und haben viele Erfahrungen gemacht. Sind Sie ein Weltenbummler?

Roijakkers: „Ich habe keine Angst umher zu reisen. Ich war in den USA, Slowakei, habe im Iran gecoacht. Nächsten Monat bin ich in Tschechien, Finnland, Estland und London.“

Was wissen Sie schon über Göttingen und die BG?

Roijakkers: „Fast jeden Tag spreche ich mit Frank oder Anna Jäger (Marketingleiterin, d. Red.). Ich habe sehr viel Kontakt, hole mir Informationen. Am 11. Juli komme ich für drei Tage nach Göttingen. Am 15. August beginnt unsere Vorbereitung.“

Was ist für Sie in einem Team wichtig?

Roijakkers: „Uneigennützig sein! In Prievidza hatten wir keinen in den Top-Fünf beim Scoring, aber drei Spieler bei den Assists. Man muss schlau und clever sein, gut passen können in der Offense.“

Was für andere Interessen haben Sie?

Roijakkers: „Fußball! Bis ich 18 war, war ich bei jedem Heimspiel vom PSV Eindhoven, weil ich nur 20 km entfernt in Deurne gewohnt habe. Ich habe Romario, Ronaldo, van Niestelrooj gesehen. Bei der EM war Holland aber kein Team. Das war merkwürdig.

Und wer holt dem EM-Titel?

Roijakkers: „Deutschland!“

Von Helmut Anschütz

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