Basketball-Bundesliga: Die BG Göttingen im großen HNA-Saisonrückblick

Nur Inkonstanz konstant

Topscorer: Göttingens Dwayne Anderson zieht an Ajene Moye vorbei. Der Frankfurter erlitt nach dem Spiel am 3. November 2010 in der Lokhalle während des Skyliners-Trainings einen Schlaganfall, von dem er sich inzwischen wieder erholt hat. Ein schicksalsträchtiger Moment in der abgelaufenen Saison für die gesamte Liga. Links Frankfurts Powell (43), rechts Robertson (23). Foto: Jelinek

Göttingen. Es war eine aufregende Saison - in jeder Beziehung. Im Endspurt doch noch für die Playoffs qualifiziert, zuvor zum zweiten Mal in Folge eine glänzende Rolle in einem europäischen Wettbewerb (Eurocup) gespielt, aber auch Tiefpunkte wie zum Beispiel gleich zwei Pleiten gegen Bundesliga-Aufsteiger BBC Bayreuth. Die Basketballer der BG Göttingen schöpften die gesamte Gefühlspalette aus.

Mit einem glatten 70:46-Sieg in Trier ging die Serie los, doch unter den folgenden drei Pleiten waren mit den Schlappen gegen Ludwigsburg und in Bayreuth schon zwei sehr bedeutende. Zwei Siege entspannten, doch vier neuerliche Niederlagen ließen die BG abrutschen, bis sich fünf Erfolge hintereinander anschlossen. Im Januar gab es erneut vier Schlappen auf nationaler Ebene, während die Veilchen im Eurocup wie ein Jahr zuvor in der EuroChallenge mit begeisternden Spielen und vor allem Ergebnissen aufhorchen ließen.

4012 Zuschauer waren beim vermeintlichen 85:83-Sieg in Braunschweig gegen Besiktas Istanbul (mit Ex-NBA-Star Allen Iverson) - bisher der absolute Fan-Rekord der Göttinger. Wegen eines Zeitfehlers wurde das Spiel in der Lokhalle wiederholt - da hatten die Türkei überhaupt keine Chance mehr.

Tolles Comeback von Bailey

Nur die Inkonstanz war bei den Veilchen letztlich konstant. Unerklärliche Leistungsschwankungen kennzeichneten den Saisonverlauf.

Mit Christoph Adler und Adam Waleskowski trennte sich die BG von zwei Spielern vorzeitig. Dafür kamen Michael Meeks und Antoine Jordan wieder zurück. Das Comeback der Saison gelang indes Kyle Bailey, der lange wegen einer Hüftverletzung ausfiel und nur 17 Spiele bestritt, nach seiner Rückkehr aber zu einem umsichtigen Spielmacher reifte - auch gerade als Trent Meacham wegen seiner Ellenbogenverletzung beim Eurocup-Viertelfinal-Aus in Treviso ausfiel.

Zum Aktivposten avancierte „Euro-Dwayne“ Anderson. Mit 13,2 Punkten im Schnitt war er bester BG-Werfer. Anderson setzte zudem zwei Saison-Höhepunkte: Bremerhaven schenkte er 36 Punkte ein, nur Derrick Allen (Berlin, 37) traf in einem Spiel öfter. Gegen Quakenbrück fischte er sich zudem 15 Rebounds. Während Anderson 29 Mal auf dem Parkett stand, absolvierten nur Jason Boone und Louis Dale alle 34 Erstliga-Partien.

96 Fans im Schnitt weniger

In der Zuschauergunst musste die Veilchen leichte Abstriche machen. Der Schnitt sank gegenüber der vergangenen Serie um 96 Besucher auf 2969 pro Spiel. Was auch damit zusammenhängt, dass nur vier Heimspiele am Samstagabend, dem klassischen Basketball-Heimtermin, ausgetragen werden konnten. Das dürfte kommende Saison mit der neuen Sparkassen-Arena besser werden. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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