Jenas Oldies stoppen die BG Göttingen

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Guter Auftritt: Göttingens Jordan Loveridge (am Ball) versenkte zu Beginn wieder zwei Dreier in Folge. Hier windet er sich um Jenas Oliver Mackeldanz herum.

Jena. Es war eine dieser Niederlagen, die besonders wehtun. Mehr nerven als eine Klatsche mit über 20 Punkten.

Fast 34 der 40 Minuten war die BG Göttingen bei der Auswärtsschlappe in Jena die bessere Mannschaft, kontrollierte, dominierte und diktierte das Match. Doch in den letzten sechs Minuten ließen sich die Veilchen die Punkte noch nehmen von Jenas Oldie-Riege mit sechs Spielern zum Teil deutlich über 30 Jahre. Allen voran Julius Jenkins und Martynas Mazeika, die zum Schluss heiß wie Frittenfett waren. So gab es ein bitteres 92:103 (49:45) – übrigens fast das gleiche Ergebnis wie vorherige Saison (92:102).

„Wir hatten unsere Chancen, müssen aber einfach cleverer verteidigen“, fasste BG-Coach Johan Roijakkers den Absturz in den letzten sechs Minuten kurz zusammen. „Wir haben gegen ein sehr gutes Team gewonnen, das sehr guten Basketball spielt. Göttingen ist offensiv gefährlich“, schmeichelte Jenas Trainer Björn Harmsen dem Team aus seiner Heimatstadt. Sympathie-Punkte gibt’s dafür bekanntlich immer noch nicht in der BBL.

Auch nur gequält lächeln konnte John Stockton, der mit Gattin Nada und dem jüngsten Spross Samuel auf der Tribüne saß und den starken Part seines ältesten Sohnes Michael beobachtete. „Beide Teams haben gut gespielt, Michael war auch gut“, meinte der allzeit-beste Vorlagengeber der NBA, der erst Ostersamstag aus Spokane (US-Bundesstaat Washington) nach einer Mammuttour angereist war. Stockton junior ragte mit 25 Punkten, zehn Assists (wieder ein „Double-Double“) und fast 34 Minuten Spielzeit heraus, konnte den Einbruch am Ende aber auch nicht verhindern. „Wir müssen lernen, so ein Spiel im vierten Viertel zuzumachen, da gibt es keine Entschuldigungen. 38 Punkte im letzten Viertel waren zu viel“, meinte Michael Stockton.

Mehr als drei Viertel stark

„Sowas darf nicht passieren“, ärgerte sich BG-Nationalspieler Dominic Lockhart, der wie alle deutschen Spieler nicht den besten Tag erwischt hatte. „Das wären Big Points für uns gewesen. Aber Jena hat erfahrene Leute, die so ein Spiel umbiegen können.“ Selbstkritik auch von Göttingens Stefan Haukohl (letzte Saison 24 Punkte für Jena gegen die BG) an seiner vorherigen Wirkungsstätte: „Ich war ein Totalausfall, ich hatte kein Wurfhändchen, unsere Abwehr stand nicht mehr.“

Dabei sah es eben über mehr als drei Viertel gut bis sehr gut aus für die BG. Der Bamberg-Sieg zeitigte positive Nachwirkungen, offensiv agierten die Veilchen stark. Neun Dreier vor, sechs nach der Pause, eine starke 56-Prozent-Quote. Doch das Spiel lastete auf nur vier Schultern: Eben Stockton und dann noch Darius Carter (klasse im Pick-and-roll mit Stockton), des wieder starken Jordan Loveridge (fünf Dreier) und des abgeklärten Will Buford. Doch schon bei Brion Rush, zuletzt mehrfach der Star, fingen die Probleme an: Auswärts kam er (im Gegensatz zu Heimspielen) erneut nicht in den Rhythmus, hatte nur fünf Punkte, aber vier Turnover und wurde zum Schluss wie Lockhart und Buford auch noch rausgefoult (jeweils das fünfte). Diesmal war´s keine „Rush-Hour“. (haz/gsd)

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