Jetzt wird´s kriminell: Abstiegs-Hitchcock mit der BG Göttingen

Abstiegskandidaten unter sich: Die BG im Heimspiel gegen die Walter Tigers Tübingen. Göttingens Harper Kamp (am Ball) fischt den Ball vor Tübingens Garlon Green. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Der Abstiegskampf in der Basketball-Bundesliga wird zum absoluten Hitchcock und spitzt sich noch weiter zu.

Weil am Sonntagabend der Mitteldeutsche BC den Krimi in Tübingen mit 76:75 nach einem „Goal-Tending“ (ein sich senkender Ball, der den höchsten Punkt der Flugkurve überschritten hat, darf von einem verteidigenden Spieler nicht mehr geblockt werden und wird als Korb gegeben, egal ob er drin ist oder nicht) gewann, sind jetzt mit dem Weißenfelsern, der BG und den Eisbären Bremerhaven, bei denen die Veilchen beim 90:81 ihren dritten Auswärtssieg feierten, drei Mannschaften punktgleich. Irrer Kampf um den Klassenerhalt!

Wenn drei Teams im Basketball punktgleich sind, wird eine interne Tabelle unter diesen Teams gerechnet. Und da ist der MBC derzeit mit 4:2 Punkten besser als die BG (4:4-Zähler) und Bremerhaven (2:4-Punkte), obwohl die Veilchen gegenüber dem MBC den besseren direkten Vergleich haben – gegenüber Bremerhaven trotz des Siegs aber den schlechteren. Solche Rechnungen gibt es nur im Basketball. Da es für den „normalen“ Fan auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar ist, lässt sich darüber trefflich streiten.

Bitter für die BG (Auswärtsbilanz jetzt 3:11), dass sich der so wichtige Sieg in Bremerhaven (Heimbilanz jetzt 2:12) durch den Erfolg des MBC in Tübingen schon wieder etwas relativierte. Doch um so wichtiger war er eben!

Jetzt gibt es das „Abstiegs-Lotto Zwei aus Fünf“! Die beiden Absteiger werden jetzt in den letzten sechs Spielen aus Tübingen, MBC, der BG, Bremerhaven und Crailsheim (siehe Tabelle) gesucht.

Bemerkenswert, wie die Veilchen nach dem ganz schwachen ersten Viertel (13:29) die Ruhe und vor allem die Nerven behielten. Auch Trainer Johan Roijakkers wahrte die Contenance, blieb cool. Ganz anders dagegen Khalid El-Amin. Als die BG zur Wende angesetzt hatte, machte der BG-Spielmacher, der wegen einer neuen Knieblessur nur knapp sieben Minuten auf dem Parkett stand, auf der Ersatzbank Stimmung. Immer wieder feuerte er die mitgereisten Fans an, noch lauter zu werden und pushte sein Team gestenreich nach vorn.

„Ich bin wie ein Extra-Coach“, lächelte El-Amin im „telekombasketball-TV“-Interview. Und weiter: „So kann ich mich schon an meine nächste Karriere gewöhnen.“

Glücklich war auch Coach Roijakkers. „Der Sieg war gut fürs Selbstvertrauen.“ Mit zwölf Vorlagen hat der viel gescholtene Terrell Everett seine BBL-Bestmarke aufgestellt. „Wenn er motiviert ist, kann er es auch“, sagt der BG-Trainer. Am Oberschenkel verletzt hat sich Dominik Spohr. Roijakkers: „Fürs Oldenburg-Spiel wird es eng.“ Das Team hat Montag und Dienstag frei, danach wolle man auch bei El-Amin sehen, ob es für Oldenburg reicht.“ (haz/gsd)

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