Basketball-Bundesliga: 25 Punkte beim 103:91 nach Verlängerung gegen Ulm

Jordan führt BG zum Sieg

Schöner Dunk! Mike Scott donnert den Ball mit Vehemenz in den Ulmer Korb. Dwayne Anderson (l.) staunt ebenso wie Rocky Trice und Robin Benzing Foto:  zje

Göttingen. Nach vier Niederlagen in der Basketball-Bundesliga hat die BG Göttingen wieder die Kurve gekriegt. Allerdings brauchte sie erstmals in dieser Saison eine Verlängerung, um ratiopharm Ulm mit 103:91 (85:85, 46:35) zu besiegen.

Die BG, bei der erstmals Nico Adamczak aus dem Regionalliga-Team im Kader stand, legte wie bei der Eurocup-Gala gegen Saloniki los wie die Feuerwehr. Zweimal Trent Meacham, einmal „Euro-Dwayne“ Anderson – das war das 6:0, das die Fans glücklich machte. Natürlich kam Ulm heran und verkürzte auf 11:9. Doch bei den Veilchen war einer „on fire“, wie Coach Patrick gern sagt. Antoine Jordan, gerade zwei Wochen weiterverpflichtet, wollte wohl an seiner zweiten Weiterverpflichtung arbeiten. Nach zwölf Minuten hatte „Scoop, der Ball-Löffler“ schon drei Dreier markiert.

Spiel mit hohem Tempo

Schnell war die Partie, beide Teams gingen mit hohem Tempo auf Korbjagd. Meacham bei der BG und Per Günther bei den Ulmern kurbelten die Angriffe an und dirigierten ihre Teamgefährten. Nachdem Jordan den zweiten Abschnitt mit seinem dritten Dreier eröffnet hatte, hielten die Göttinger die Konzentration, doch vorentscheidend abzusetzen vermochten sie sich nicht. Die Süddeutschen blieben dran, hatten in Rocky Trice, dem Ex-BGer, stets einen sicheren Schützen, der bis zur Halbzeit auch den Löwenanteil der gegnerischen Punkte (15) erzielt hatte.

Beim Patrick-Team fand nach Jordan auch Anderson Gefallen am Treffen – in allen Belangen: Zwei Freiwürfe, fünf Zweier und einen Dreier (zum 40:31) versenkte der Flügelspieler ziemlich cool im Ulmer Korb. So kam denn ein 46:35-Vorsprung nach den ersten beiden Vierteln zustande.

Doch was hilft"s, wenn man den Auftakt der zweiten Halbzeit verpennt? 0:5, leichtfertig verschenkten die Veilchen den Start. Und dass Spielmacher Günther bei den Gästen aufdrehte, konnte den Göttingern auch nicht in den Kram passen. Mit zwei Dreiern ärgerte er die BGer arg. Allerdings verteidigten die Gastgeber nun auch zu nachlässig. Dreimal konnte Ulms Riese John Bryant unterm Korb reindunken – so etwas darf einfach nicht passieren. Die Ulmer kamen näher heran, doch eine Führung von ihnen konnte die BG verhindern.

Immer dramatischer wurde die Partie im Schlussviertel – auch weil die Referees alles andere als Heimschiedsrichter waren. Mehrfach trafen sie einfach peinliche Entscheidungen zugunsten der hart spielenden Ulmer. Besonders Per Günther konnte sich fast alles erlauben.

Drei Minuten vor Schluss führte die BG 83:73, doch sie verspielte den Vorsprung durch Nachlässigkeiten unterm eigenen Korb. Günther glich in den letzten Sekunden mit sechs Punkten zum 85:85 aus - Verlängerung!

Die musste Göttingen ohne Meacham bestreiten, er hatte sein fünftes Foul kassiert. Dennoch erwies sich die BG nun als nervenstärker, zumal Ulms Riesen Bryant und Sonderleiter jeweils das fünfte Foul kassierten. Anderson tütete am Ende den Sieg für die BG ein.

„Ein Super-Spiel für die Fans“, meinte BG-Coach Patrick. „Wir hatten Probleme, Günther zu stoppen, er konnte machen, was er wollte. Jordan hat sein bestes Spiel im BG-Dress gemacht. Am Ende fehlte uns der Biss, aber in der Verlängerung haben wir an uns geglaubt.“ Heute Vormittag startet die BG von Hannover aus zum Eurocup-Spiel nach Le Mans (morgen, 20.30 Uhr). (gsd)

Von Helmut Anschütz

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