Basketball-Bundesliga

Jung- und Alt-Star fehlen, Ruoff zurück zur BG Göttingen?

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Ist er dabei? Die BG Göttingen hofft, dass Alex Ruoff (Mitte), hier beim sensationellen 90:81-Sieg gegen Bayerns Vladimir Lucic (links) und Greg Monroe, aus den USA zum Turnier in München zurückkommt. 

Die Basketballer haben auf ihrem ambitionierten Weg, die Saison mit einem Zehner-Turnier und anschließenden Playoffs an einem Standort zu Ende zu bringen, den nächsten Schritt getan. Mit München steht seit Montag der Standort fest. Doch noch sind viele Fragen in der Corona-Krise offen.

Vor allem steht alles unter dem Vorbehalt der Erlaubnis durch Behörden und Politik. Hier ein Überblick zum Stand der Dinge.

BG Göttingen

Ohne Umschweife nennt Trainer und Sportdirektor Johan Roijakkers zwei harte Fakten: „Dylan Osetkowski und Adam Waleskowski werden beim Turnier nicht für uns spielen.“ Jung-Star Osetkowski (23) wolle kein Risiko eingehen, fürchte eine Verletzung. Bei Waleskowski (bereits 37) sei die Physis ausschlaggebend. „Das ist nicht super-überraschend“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. „Das wir nicht 1:1 mit demselben Team spielen werden, war klar.“

Dagegen sei die Rückkehr von Alex Ruoff „kein Problem“, so Roijakkers. Bei Kyan Anderson sei die Entscheidung zurzeit „noch offen“. Mit den weiteren neun Spielern, die derzeit in Göttingen sind und individuell trainieren, „laufen Gespräche“, so Meinertshagen. Er ist stolz darauf, dass bisher nur „zwei Prozent“ der Dauerkarten-Inhaber ihr Geld für die vier entfallenden Heimspiele zurückhaben wollen. Das sei im unteren zweistelligen Bereich.

Der Turnier-Standort

Im Münchner Audi Dome soll das Turnier mit zehn Teams stattfinden. „Wir stellen der Liga die Halle kostenlos zur Verfügung“, sagte Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic. Untergebracht werden sollen die Teams und die Schiedsrichter in einem Hotel, das ein Partner des Vereins zur Verfügung stellt. „Ich denke, wir haben hier perfekte Bedingungen“, sagte Pesic. Einen sportlichen Vorteil sieht er durch das Heim-Turnier nicht. „Prima, ein guter Standort“, sagt BG-Coach Roijakkers zu München. Wo man spiele, sei egal. „Publikum ist ja sowieso nicht da.“

Der Modus

Am Mittwoch wollen Liga und Vereine ab 12 Uhr über den konkreten Spielplan sprechen. Fest steht: In zwei Gruppen treffen jeweils fünf Teams aufeinander, dann geht es mit Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel weiter. Offen ist, wie lange die Phasen dauern und ob es in den Playoffs jeweils nur ein Duell oder eine Mini-Serie gibt. „Es ist schwierig, wir müssen relativ viele Spiele unterbringen. Wir wollen die Spieler nicht überlasten und haben nicht viel Zeit“, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz.

Das Sicherheitskonzept

Diese Woche soll auch das Konzept der BBL festgezurrt werden. Dabei geht der Basketball noch weiter als das Vorbild Deutsche Fußball Liga (DFL). Alle Spieler und direkt Beteiligte sollen während des Turniers abgeschottet werden. Inwiefern die Profis bereits demnächst an ihrem jeweiligen Standort auf Verdacht in Quarantäne genommen werden sollen, müssen die Klubs mit ihrem lokalen Gesundheitsamt klären, sagte Holz.

Die Spieler

Nicht alle Profis sind von den Liga-Plänen begeistert. „Für mich ist es extrem schwierig“, sagte Nationalspieler Niels Giffey (Alba Berlin). „Ich denke, dass wir noch drüber reden müssen und werden, dass wir als Spieler eine Stimme haben.“ Neben der Angst, sich anzustecken, bereitet nach der langen Pause das höhere Verletzungsrisiko Sorgen. „Das ist eine Chance für den Basketball. Aus Spielersicht müssen die Rahmenbedingungen, was die Gesundheit und das Verletzungsrisiko angeht, natürlich passen“, sagte Münchens Danilo Barthel.

Wie geht’s weiter?

Wie der Profi-Fußball schauen auch die Basketballer gespannt auf das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch. Bekommt die DFL die Erlaubnis, die Saison mit Geisterspielen und einem strengen Sicherheits- und Hygienekonzept zu Ende zu spielen, steigen auch die Chancen für die Basketballer. Zumal die Sportminister in ihrer Beschlussvorlage bereits gesagt haben, dass sie eine „Fortsetzung des Spielbetriebs anderer Sportarten in Form von Geisterspielen für möglich“ halten, „sofern entsprechende Konzepte durch die jeweilige Liga erarbeitet werden“. Spätestens am 18. Mai müssten alle Genehmigungen vorliegen, um den Plan wie gewünscht mit Vorbereitungszeit und Turnier über die Bühne zu bringen. Die Saison soll am 30. Juni zu Ende sein.  dpa/haz-gsd/nh

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