Basketball

Klubchef gegen Trainer: Wirbel nach Pokal-Aus der BG Göttingen

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Nur knapp 20 Minuten Spielzeit: Michael Stockton gegen Bambergs Cliff Alexander.

Göttingen. Spannender als über weite Strecken auf dem Parkett wurde es erst nach dem BBL-Pokal-Viertelfinale zwischen der BG Göttingen und Brose Bamberg.

Die Veilchen hatten beim 64:83 (28:44) ehrlicherweise so gut wie keine Chance – mussten allerdings auch auf ihren Topscorer Penny Williams (Fußverletzung) verzichten. Das sorgte nach dem Aus im Cup für unterschiedliche Meinungen bei den Verantwortlichen: Auf der einen Seite BG-Trainer Johan Roijakkers, auf der anderen Geschäftsführer Frank Meinertshagen. Von weihnachtlichem Frieden konnte da kaum die Rede sein.

Veilchen-Boss Meinertshagen kritisierte öffentlich Coach Roijakkers. „Man muss diskutieren, ob der Topscorer des Teams geschont wird in so einem wichtigen Spiel, weil noch vier weitere wichtige folgen“, meinte der Klubchef. „Ich bin unzufrieden, ich hätte gern eine andere Rotation im ersten Viertel gesehen. Man muss auch an den Sieg glauben. Aber das fällt schwer, wenn der Coach meint, das Spiel aufzugeben.“ Deutliche Worte, die im VIP-Raum danach noch mehr offene Ohren fanden – Applaus von den Sponsoren für den Klub-Chef.

Grüttner in Startformation

Was war geschehen? Coach Roijakkers hatte Joanic Grüttner statt eben Williams in die Startformation beordert. Nach nur zweieinhalb Minuten bekam der nach Michael Stockton zweite BG-Spielmacher Dominic Lockhart schon sein zweites Foul. Roijakkers nahm ihn vom Parkett, brachte Nachwuchsmann Lenny Larysz. Vollkommen okay. Nur: Viele Fans – und wohl auch Meinertshagen – sahen dies als falsches Signal. Laryszs zweite Aktion war ein Ballverlust gegen Bamberg-Star Tyrese Rice. Im Stil eines Top-teams warf sich Bamberg zu einer klaren 28:12-Führung nach dem ersten Viertel. Wie sich am Ende herausstellte, war das schon der Sieg. Denn die weiteren drei Viertel (16:16, 21:22, 15:17) gestaltete die BG annähernd ausgeglichen.

Die merkwürdige Verletzung von Williams erklärte Roijakkers so: Er sei aus dem Team-Bus ausgestiegen und habe nicht mehr laufen können. So etwas habe er, Roijakkers, noch nie erlebt.

Nun gab es nicht wenige, die vermuteten, der Coach habe Williams nur für das Punktspiel gegen Bamberg am 26. Dezember (15 Uhr) geschont. Man wird sehen. Und auch die Spekulation kam auf, der Trainer wolle so Druck machen für eine personelle Verstärkung. Auch dies dürfte sich klären, wie auch immer.

Bambergs bester Basketball

Wie so oft gab es erneut Lob für die BG vom gegnerischen Trainer: „Wir haben im ersten Viertel den besten Basketball dieser Saison gespielt. Im dritten Viertel hat uns Göttingen dann ein paar Probleme bereitet“, meinte Bambergs Lette Ainars Bagatskis. Punkte gab’s dafür natürlich erneut nicht.

Dafür folgt die nächste schwere Aufgabe: Am zweiten Weihnachtstag geht es wieder gegen Bamberg, diesmal um Punkte. Kehrt dazu Williams zurück? Und: Gibt es erneut unterschiedliche Meinungen zwischen Trainer und Klub-Chef? (wg/haz-gsd)

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