Basketball-Bundesliga: Schon elf US-Amerikaner in Göttingen – Drei der ersten sechs sind wieder weg

Kommen und Gehen bei der BG

Zweikampf: David Godbold (am Ball) gegen Frankfurts John Little Foto: Jelinek

Göttingen. Nach den ersten fünf Spielen in der Basketball-Bundesliga steht die BG Göttingen mit 2:8-Punkten auf dem vorletzten Platz. Eine negative Überraschung? Nein. Angesichts der Gegner wie Berlin, Meister Bamberg und Verfolger Frankfurt, gegen die es in der Lokhalle drei Heimpleiten gab, kein Wunder. Pessimisten hatten sogar nicht mit dem bisher einzigen Sieg beim Mitteldeutschen BC gerechnet. Ebenso wenig aber auch mit der 56:98-Auftaktschlappe in Tübingen.

Bezeichnend im Göttinger Team ist in dieser noch jungen Saisonphase die große Personal-Fluktuation. Augenfällig wird sie vor allem bei den bislang eingesetzten amerikanischen Spielern. Vor dem Saisonstart war als einziger US-Boy aus der vergangenen Serie Kapitän David Godbold geblieben. Dazu hatte Trainer und Sportdirektor Johan Roijakkers (35) Juan Pattillo, Armon Johnson, Ricky Minard, Shane Edwards und Ruben Boykin verpflichtet.

Auf Werbefolie ausgerutscht

Nach nur wenigen Tagen musste Pattillo wieder gehen. „Nicht fit“, befand Roijakkers nach den ersten Testspiel-Einsätzen. Wenig später feuerte die BG Johnson. „Disziplinarische Gründe“, teilte der Klub offiziell mit. Spekuliert wurde über einen Kabinenstreit. Vorletzte Woche dann schon der dritte Abgänger: Minard rutschte in der Lokhalle gegen Berlin auf einer lockeren Bodenwerbeplane aus – Innenbandverletzung im Knie. Die Heilung dauerte Roijakkers zu lange. Bye-bye, Ricky!

Drei von sechs US-Boys schnell wieder weg, eine bittere Bilanz. Bloß gut, dass Harper Kamp (Aufstiegsheld und Zweitliga-MVP) zurückkam. Ex-BG-Coach John Patrick hatte ihn in Ludwigsburg wieder aussortiert. Hire and fire (heuern und feuern) – so lautet das alte, knallharte US-Prinzip im Profisport. Der BG kam es bei Kamp zugute: In allen fünf Spielen traf der Power Forward zweistellig. Eine gute Rückhol-Aktion.

Weil zudem der deutsche Neuzugang Mathis Mönninghoff (Vize-Universiade-Sieger aus Trier) wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel kein Testspiel mitmachen konnte, engagierte Roijakkers Lawrence Alexander (beim MBC aussortiert) ebenso als Trainingsgast wie Ex-Zweitligastar Nick Livas – nachdem inzwischen auch Marque Perry als Spielmacher-Ersatz für Johnson verpflichtet worden war. Das Dumme nur: Routinier Perry zog sich die gleiche Verletzung zu wie Mönninghoff und fehlt immer noch. Für ein Spiel (Bamberg) half zudem Chris Jones aus, doch der spielt inzwischen für Paris.

Wenig Rekrutierungs-Glück

Eine Riesen-Fluktuation? Ja, sicher. Aber nicht ungewöhnlich. Patrick etwa testete in Ludwigsburg vier Spielmacher, erst der letzte (Mustafa Shakur) fand seine Gnade. Was bleibt bei der BG Göttingen? Mit dem Spieler-Scouting vor der Saison hatten Roijakkers und die BG (bisher) weniger Glück als vergangene Saison mit Superstar Khalid El-Amin (jetzt Prishtina/Kosovo) und Raymar Morgan (Ulm). Roijakkers sucht jetzt händeringend einen Shooting Guard oder Small Forward.

Übrigens: Sonntag spielt Göttingen in München. Gegen die Bayern gewann die BG vergangene Bundesligasaison als einziges Team zweimal. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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