2. Basketball-Bundesliga: Klaudia Grudzien ist die beste Deutsche bei den BG 74-Frauen

Kraftpaket unter dem Korb

Göttingen. Mit ihren 22 Jahren gehört sie bereits zu den Führungsspielerinnen beim Basketball-Zweitligisten BG 74 Göttingen. „Ich konnte die Rolleeiner Führungsspielerin so erst gar nicht akzeptieren. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt“, sagt Klaudia Grudzien, die in diesem so jungen Team gar nicht mehr wegzudenken ist.

Neben der US-Amerikanerin Jenele Peterson bildet sie die Säule in einer Mannschaft, die man zweifellos liebevoll „Kindergarten nennen kann, in der allein vier Spielerinnen stehen, die nicht älter als 17 Jahre jung sind. „Es macht mir inzwischen unglaublich viel Spaß, mit diesen jungen Mädchen zu spielen. Es ist einfach toll, ihre Fortschritte mitzuerleben“, sagt Grudzien, deren Eltern vor 23 Jahren noch aus dem kommunistischen Polen in den „reichen Westen“ übersiedelten. „Das war damals nicht einfach, aus Polen auszureisen“, erzählt die Studentin der Orthobionik (Medizintechnik) an der Privaten Fachhochschule (PFH).

34 Punkte in einem Spiel

Grudzien fing ihre sportliche Karriere mit Tennis an, sechs Jahre schwamm das Göttinger Eigengewächs bis zum 14. Lebensjahr bei WaSpo Göttingen, ehe sie den Basketball aus eigener Anschauung entdeckte und dabei blieb, erst beim SC 46, dann bei der BG 74. Vom Theodor-Heuss--Gymnasium ging es nach der 11. Klasse nach Osnabrück, wo sie ihr Abitur ablegte und gleichzeitig bei den Panthers in der zweiten Liga spielte, mit denen sie ein Jahr später aufstieg. . Vor eineinhalb Jahren wechselte sie wieder zu den BGerinnen und hat sich im zweiten Jahr zur besten deutschen Punktesammlerin gemausert (Platz 7 in der Gesamt-Rangliste mit 231 Punkten/15,4 pro Spiel). In den Rebounds belegt sie Rang neun und hat die viertmeiste Einsatzzeit. Hier führt ihre Mitspielerin Jenele Peterson die Rangliste der zweiten Liga an. Ihr Highlight waren 34 Punkte und zwölf Rebounds („Double-Double“) beim 77:50-Sieg gegen die Bielefeld Dolphins.

„Am liebsten spiele ich auf der Drei, also Small Forward, muss aber bei der BG auf der Vier oder Fünf spielen“, sagt sie. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass sie ein durchtrainiertes Kraftpaket ist, sich somit körperlich auch extrem gut durchsetzen kann.

Ihr Vater, der in der zweiten polnischen Liga spielte, ist ihr größter Kritiker. Er ist wie auch ihre Mutter bei jedem Heimspiel dabei. Wenn Grudzien Zeit hat, reist sie gern. „In den USA und Ägypten war ich unter andrem schon.“ Ihr Traum aber ist Australien.

Grudzien wuchs zweisprachig auf, ihre Mutter kommuniziert ausschließlich auf polnisch mit ihrer Tochter. „Do przodu“, auf deutsch „Vorwärts“ lautet Grudziens Motto für das Erreichen der Zweitliga-Playoffs. (gsd)

Von Walter Gleitze und Helmut Anschütz

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