2. Basketball-Bundesliga: BG Göttingen sucht nach zwei Schlappen noch Verstärkung

Letzter Neuer ein Deutscher?

Durchsetzungsstark unterm BG-Korb: Crailsheims Joe Buck (l.) ist eher am Ball als Göttingens Ramon Harris (r.). Links schaut Marco Grimaldi zu. Foto: gsd

Göttingen. So schnell war er nach einem Spiel noch nie in der Kabine verschwunden. Schnurstracks marschierte BG-Coach Johan Roijakkers nach dem 68:74 gegen den Zweitliga-Vorletzten Crailsheim in die Katakomben, verließ flugs den Ort der dritten Heimniederlage, während sich sein Team wie üblich nochmal – allerdings etwas orientierungslos – zum finalen Spielertreff im Mittelkreis versammelte. Und auch das Führungs-Duo der BG schien perplex: Noch Minuten nach der Schlusssirene saßen Geschäftsführer Frank Meinertshagen und Vertriebsleiterin Anna Jäger auf der Tribüne, besprachen die Heimpleite.

Zwei Niederlagen in Folge – das hatte es zuvor nur einmal in der Vorrunde gegeben: Erst in Crailsheim, dann zuhause gegen Damals-und-Heute-Schlusslicht Leipzig, wo die BG am Freitag (19 Uhr) antritt. Ein schlechtes Omen?

Vargas als Beispiel

„Zwei Niederlagen in Folge sind nicht schön“, kommentierte Meinertshagen die ernüchternde Partie gegen die Schwaben. „Wir müssen langsam sehen, dass wir wieder in die Spur kommen. Wir können doch besser spielen.“ Steckt das Team in einem Tief? „In einem kleinen wohl schon“, so der BG-Chef. „Mal sehen, was die Mannschaft in Leipzig macht.“

„Die Verteidigung ist unser Problem. Wir kriegen zu viele einfache Körbe, da müssen wir konstanter werden“, so Coach Roijakkers.

Beispielhaft für den missratenen Heimauftritt stand Akeem Vargas. Sonst fast immer der Topspieler und Topscorer fand der Heidelberger gegen Crailsheim fast gar nicht ins Spiel, agierte unglücklich, zögerte und zauderte. „Auch Vargas kann mal ein schlechtes Spiel haben“, entschuldigte Meinertshagen. Was zweifellos richtig ist. So spielten denn allein Ramon Harris (17 Punkte, 9 Rebounds, 4 Dreier) und Marco Grimaldi (sieben Rebounds) als unermüdlicher Antreiber über dem Schnitt. Mit fast 36 Minuten hatte Grimaldi auch die längste Einsatzzeit. Mit Michael Wenzl (13:54 Minuten) teilten sich Grimaldi und Vargas zudem einmal mehr die „Deutschen-Rotation“. Michael Crowell als vierter deutsch(-amerikanisch)er Spieler war einmal mehr überhaupt kein Faktor – er spielte gar nicht.

Livas in Leipzig dabei

Nur gut, dass die zwei unsportlichen Fouls von Nick Livas, die nach knapp 24 Minuten zum Ausschluss führten, keine Nachwirkungen haben. In Leipzig ist der US-Grieche wieder mit von der Partie. „Sehr frustrierend“, so Livas hinterher, sei sein vorzeitiges Spielende gewesen.

Eine „Last-minute“-Entscheidung dürfte die Suche nach einem letzten neuen Spieler werden. „Wenn wir noch einen holen, dann wohl einen deutschen“, sagte Roijakkers gestern. „Aber ich habe keinen Spielraum zu verhandeln, wir haben nur ein festes Budget dafür.“ Für die Verpflichtung eines weiteren Akteurs hat die BG bis Donnerstag um 12 Uhr Zeit. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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