2. Basketball-Bundesliga: BG Göttingen-Gesellschafter denken über die Zukunft nach

Lizenzanträge für beide Ligen

Von wegen das Handtuch werfen! Für den spitzbübisch lächelnden BG-Spielmacher Marco Grimaldi (l.) und Center Michael Wenzl geht’s jetzt erst in die heiße Phase der Saison. Foto: Jelinek

Göttingen. Langsam, aber sicher trennt sich in der 2. Basketball-Bundesliga die Spreu vom Weizen. Erstliga-Absteiger BG Göttingen steht ebenso überraschend an der Spitze wie Aufsteiger Vechta. Beide treffen am Sonntag im Topspiel im mit 2000 Zuschauern schon seit Wochen ausverkauften „Rasta-Dome“ aufeinander. Auch Karlsruhe und Düsseldorf sind gut im Rennen. Dahinter folgen unter anderem Chemnitz und Heidelberg. Doch wer steigt auf, wer will überhaupt aufsteigen und kann sich das leisten? Da gibt es interessante Perspektiven.

Sie hängen zusammen mit dem Erstliga-„Patienten“ LTi Gießen 46ers. Der Bundesliga-Dino (45 Jahre dabei) hat einen Insolvenzantrag gestellt, bis Ende Januar soll darüber entschieden sein. Wird Gießen aus der Wertung genommen, bleibt es bei zwei sportlichen Absteigern aus der BBL. Heißt: Platz 17 steigt ab – und auch Platz 16. Was Verantwortliche zum Beispiel beim MBC überraschte.

Was bedeutet dies für nächste Saison? „Es bleibt bei zwei Aufsteigern aus der 2. Liga, das ist mit der „Jungen Liga“, der Trägerorganisation so vereinbart“, sagt BBL-Sprecher Dirk Kaiser. Dann würde die erste Liga mit nur 17 Teams spielen. Ob eine 18. Mannschaft dazukommt, wird eine Entscheidung der Klubverantwortlichen ergeben. Zum Beispiel per Wildcard, die jetzt 250 000 statt wie zuvor 150 000 Euro kostet.

Nach den Zweitliga-Playoffs haben die beiden Final-Teilnehmer also das Aufstiegsrecht zur Bundesliga. Aber nur wenn die Zulassungs-Kriterien stimmen! Die BG kennt dies von vor fünf Jahren: Mindestens eine Million Euro Etat (wie derzeit schon), mindestens 3000 Plätze für Zuschauer als wichtigste Bedingungen sowie dazu noch weitere: Mehrere hauptamtliche Positionen, NBBL-Team usw. Etat und Hallenkapazität sind dabei „unverrückbar“, so Kaiser.

So minimieren sich in der 2. Liga schon wegen zu kleiner Hallen die Aufstiegskandidaten und -chancen um Vechta, Cuxhaven (schon zweimal verzichtet), Chemnitz, Ehingen, Heidelberg, die derzeit auf den ersten acht Playoff-Plätzen stehen. Andersherum: Nur die Göttingen, Karlsruhe und Düsseldorf sind realistische Aufstiegskandidaten.

Verzicht ein schlechtes Signal

Doch würde die BG einen sportlichen Aufstieg auch wahrnehmen? Dazu läuft bei den sieben BG-Gesellschaftern, die sich heute zu einer weiteren Sitzung treffen, der Meinungsbildungsprozess.

„Wir stellen Lizenzanträge für die 1. und 2. Liga“, sagte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen nach dem Sieg gegen Essen letzten Samstag. Unlängst deutete er an, dass ein Aufstiegsverzicht ein schlechtes Signal für die Jugendarbeit sei. Zudem würde sich das derzeitige Team in alle Winde zerstreuen. „Der Aufstieg gehört dazu, wenn er finanzierbar ist. Wir wollen nicht langfristig in der Pro A sein. Wir müssen jetzt Gespräche führen zur wirtschaftlichen Realisierbarkeit.“ (gsd)

Von Helmut Anschütz

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