Lokhalle für die BG Göttingen nur noch Fluch

So übermächtig wie hier Kenny Frease gegen den BGer Dominik Spohr (vorn) waren die Braunschweiger bei ihrem Sieg in der Lokhalle gar nicht. Dennoch mussten sich Spohr & Co. geschlagen geben. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Überwiegend mit hängenden Köpfen schlurften die Spieler der BG Göttingen nach dem 63:67 gegen Braunschweig am zweiten Weihnachtsfeiertag aus dem Kabinenbereich der Lokhalle.

In der Gewissheit, alles versucht zu haben für einen „Big Point-Überraschungs-Sieg“, doch einmal mehr hat es nicht gereicht. Die Lokhalle, die einzigartigste Spielstätte in der Basketball-Bundesliga – sie ist in den fünf Spielen, die in dieser Saison dort ausgetragen wurden, mehr Fluch als Segen gewesen. Im Audi-Dome in München habe er eine bessere Bilanz, hatte BG-Coach Johan Roijakkers schon vor dem Derby gegen Braunschweig angemerkt.

Nun geht’s also wieder weiter in der S-Arena, wo die Veilchen ihre bislang einzigen Heimsiege gegen die Baskets Bonn und die Crailsheim Merlins geholt haben. Nächsten Samstag geht es dort gegen Aufsteiger/Bundesliga-Rückkehrer Gießen weiter. Zuvor muss die BG noch am vorletzten Tag des Jahres die 350 km-Tour nach Bayreuth antreten, wo es auch erst um 20.30 Uhr losgeht, wodurch das Team erst am Silvestermorgen zwischen drei und vier Uhr früh wieder zuhause ist.

Nach dem Braunschweig-Spiel trauerten die BGer durchaus möglichen Punkten hinterher. „Wir hatten das Spiel“, klagte Robert Kulawick. „Wir haben viele gute Sachen gemacht, super reboundet, viel gekämpft, aber am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da.“

„An der Abwehr lag’s nicht“, meinte Dominik Spohr. „Es war ja nicht alles schlecht. Aber wir müssen jetzt mal was machen“, spielte er darauf an, dass irgendwann auch einmal entsprechende Ergebnisse kommen müssen – positive!

„Wir müssen mehr Effektivität zeigen – auch ich“, sprach Harper Kamp ein Grundübel an. Die BG wirft und wirft (gegen Braunschweig 72 Mal!), hatte aber nur 23 Treffer, was eine Quote von bescheidenen 32 Prozent ausmachte. Für die 1. Liga einfach zu wenig. Da spielt auch hinein, dass die Veilchen die zweitschlechteste Offensiv-Mannschaft sind. Auch abzulesen an einmal mehr nur 63 erzielten Punkten.

„Wir brauchen jeden Spieler“, merkte Harper Kamp noch an. Das bedeutete: Gegen Braunschweig gab es erneut zu krasse Unterschiede. Erstliga-Ansprüchen genügten nur Kamp, Rückkehrer Khalid El-Amin und in der Defensive David Godbold, der in der Offensive derzeit aber die „Seuche“ an den Händen hat. Drei Mann plus X sind aber zu wenig, um sich aus dem Abstiegs-Schlamassel befreien zu können.

BG-Trainer Johan Roijakkers wollte seinem Team keinen Vorwurf wegen der Braunschweig-Niederlage machen. Doch auch er weiß, dass derzeit wohl mehr aus seinem Team nicht zu holen ist, wenn nicht alle über dem Limit spielen.

• Tübingen hat am Montag mit Tyron McCoy (43) einen Nachfolger für den zurückgetretenen Igor Perovic verpflichtet. McCoy (zuletzt Quakenbrück) unterschrieb bis Saisonende 2016/17.  (gsd/nh)

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