Basketball-Bundesliga Männer

Nach der BG-Pleite in Vechta: Frust bei den Veilchen

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Kaum ein Durchkommen: Göttingens Dominic Lockhart Dominik wird von Vechtas Robin Christen (33) und Josh Young in die Zange genommen, beobachtet von Vechtas „Maskenmann“ Michael Kessens (wegen eines Nasenbeinbruches).  

Vechta. Das letzte Spiel in 2018 brachte noch einmal eine weitere Enttäuschung. Die BG Göttingen ging mit 60:82 (28:43) bei Bundesliga-Rückkehrer Rasta Vechta ein, wurde vom Aufsteiger zerpflückt. Frust vor dem Jahreswechsel bei den Veilchen – in mehreren Beziehungen.

BG-Nationalspieler Dominic Lockhart fand deutliche Worte. „Bei diesem Spiel gab es nichts Positives“, meinte er nicht nur bei Telekomsport. „Traurig, so aufzutreten. Die Konzentration war gar nicht da, so kann man kein Spiel gewinnen. Sowas kann man sich nicht erlauben. Wir müssen ganz schnell etwas ändern.“ Es habe einen Plan für das Spiel gegeben, nur habe man ihn nicht umgesetzt. Rumms, diese Worte saßen!

Vor allem ein statistischer Wert sorgte für Alarm! Die Veilchen knickten unter 24 Ballverlusten ein – eine zweitliga-reife Zahl. Das lag unter anderem daran, dass Vechta genauso spielte, wie es zu erwarten war nach deren vergangenen erfolgreichen Partien: Die BG-Spielmacher Michael Stockton und Lockhart wurden gedoppelt, hart unter Druck gesetzt – daraus resultierten die vielen Ballverluste. Lockhart hatte fünf „Turnovers“, Stockton drei, der weiter nicht fitte Penny Williams auch fünf. Zehn Ballverluste im ersten Viertel, sieben im zweiten – Pausenstand schon eher aussichtslos 28:43.

Erneut Kritik vom BG-Chef

Das kritisierte auch BG-Chef Frank Meinertshagen: „Wir müssen besser auf den Ball aufpassen, waren im Kopf nicht da, hatten nicht die richtige Einstellung. Im Angriff waren wir zu statisch.“ Man hätte die Leistungsträger wie Stockton besser ins Spiel einbeziehen müssen. Damit flammte auch der „Ehekrach“, wie er bei Telekomsport betitelt wurde, zwischen ihm und Coach Roijakkers auf. Die letzten Monate seien einer „Wohlfühloase“ gleichgekommen, die er, Meinertshagen, „mit klaren Worten“ habe aufbrechen wollen. Erfolg? Bisher nur bedingt. Für Anfang Januar stehe der Termin für eine Aussprache – dabei sitzt man im BG-Zentrum in fast gegenüberliegenden Zimmern. Meinertshagen gehe es vor allem darum, die BG voranzubringen.

Roijakkers nahm sein Team erneut in Schutz. Muss er auch. Sonst geht’s mit dem Selbstbewusstsein weiter in den Keller. „Wir hatten zu viele Ballverluste, die Dreier-Quote (nur 24 Prozent, vier von 17, d. Red.) war nicht gut gegen ein Playoff-Team wie Vechta.“ Als die Kamera bei der Pressekonferenz aus war, legte er nach. „Williams ist nicht gesund, er ist nicht derselbe wie früher“, so der BG-Coach. Außerdem habe man Pech mit dem Spielplan, zudem sei die Kontinuität vom Saisonbeginn weg. Roijakkers: „Ich bin nicht unzufrieden.“ Viele Fans sahen das nach der Vechta-Pleite anders, sprachen von „Enttäuschung“, „Frechheit“ und „Unverschämtheit“.

Ein weiterer Verlierer-Fakt: Vechta, derzeit mit das heißeste BBL-Team, nahm 63 Würfe, davon 40(!) Dreier-Versuche mit zwölf Treffern – die BG warf nur 46 Mal mit dünnen vier Dreier-Erfolgen.

Und noch dies: Meinertshagen räumte ein, dass es „definitiv“ ein Nachteil sei, mit nur fünf statt der erlaubten sechs Ausländer zu spielen. Bleibt abzuwarten, wie lange sich die Verantwortlichen das noch anschauen. Und: Ob die Sponsoren nicht doch noch Geld beisteuern für einen sechsten Import. Denn in den beiden folgenden Nordduellen zuhause gegen die Löwen Braunschweig (2. Januar) und die Eisbären Bremerhaven (5. Januar) drohen weitere Niederlagen. Dann würde es richtig „brennen“. (haz/gsd)

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