Basketball-Bundesliga Männer

Nach El-Amin und Stockton: BG Göttingen fehlt der Anführer

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Immer nur zweiter Sieger: Crailsheims Quincy Ford (Dritter von links) behauptet sich gegen die Göttinger Kyan Anderson, Terry Allen und Dennis Kramer (von links). 

Im Crailsheimer Nieselregen schlichen die Spieler der BG Göttingen am späten Samstagabend hinter der Arena Hohenlohe zum Mannschaftsbus. Die Laune war bei ihnen nach der deftigen 57:83-Pleite bei den Merlins verständlicherweise nicht die allerbeste.

Weiter nach der vierten Niederlage im vierten Spiel Schlusslicht in der Basketball-Bundesliga – und die Aussichten sind sicherlich auch nicht die besten.

„Schrecklich – das war ein Desaster“, meinte Elias Lasisi ganz offen und redete nicht um die 26-Punkte-Pleite herum. „Wir sind zusammengebrochen“, so der flinke Belgier weiter, der den ersten Dreier des Spiels und auch die letzten Punkte erzielte. Was dazwischen geschah, war aus BG-Sicht wenig erfreulich.

Trainer Roijakkers nimmt sein Team verständlicherweise in Schutz, denn draufzuhauen bringt derzeit gar nichts. Allerdings: Wenn er davon spricht, „mit diesem Team das Maximale herausgeholt“ zu haben, ist dies auch kein gutes Zeichen. Bedeutet: Mit dieser Mannschaft ist nicht mehr drin – was für eine Erkenntnis! Sich von umstrittenen Spielern wie zum Beispiel Kyan Anderson oder Zane Watermann, der als überzähliger Ausländer wieder für den nicht eingesetzten Dylan Osetkowski Platz machen musste, zu trennen, wird ebenso schwierig, denn die Akteure haben gültige Verträge. Und Geld für neue, zum jetzigen Zeitpunkt in der Regel teurere Neuverpflichtungen ist auch kaum oder gar nicht vorhanden.

Auffällig derzeit auch: Ein „richtiger“ und „echter“ Anführer auf dem Parkett ist momentan nicht vorhanden. Bennet Hundt füllt diese Rolle mit seinen erst 21 Jahren nach Kräften aus und geht in bisher jedem Spiel mit guter Leistung voran, doch einen „Leader“ oder „Floor General“ verkörpert er noch nicht – die Zeiten von Michael Stockton oder früher Khalid El-Amin sind vorbei.

Auch der von Coach Roijakkers eingereichte Protest nach mehr als einem Dutzend Rutschpartien von Spielern beider Seiten auf dem (zu) glatten Parkett wird keine Änderung der Spielwertung bringen. Für den Protest muss der Klub bei der BBL-GmbH in Köln eine Gebühr bezahlen. Offen, ob die Crailsheimer nun eventuell noch eine Geldstrafe erhalten.

Und auch der Ausblick ist für die BG nicht verheißungsvoll. Am Samstag (18 Uhr) haben die Göttinger Ludwigsburg zu Gast, die am Sonntag Ulm mit 31 Punkten distanzierten. Was da auf die BG zukommt, kann sich jeder selbst ausmalen.  haz/gsd

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