Nach der Heimpleite gegen den MBC: BG noch mehr unter Druck

Werde schnell wieder gesund: Göttingens Fans wünschen Hagens schwer verletztem D.J. Covington gute Besserung.

Göttingen. Für die BG Göttingen scheint sich die „Abstiegsschlinge“ immer weiter zuzuziehen. Das enttäuschende 77:83 am Freitagabend gegen Schlusslicht Mitteldeutscher BC sorgt dafür, dass die Veilchen nun in den kommenden Spielen noch mehr unter Druck sind. Noch stehen sie über dem (Abstiegs-)„Strich“, doch die Lage gibt eher Anlass zu begrenzter Hoffnung auf die dritte Saison in Folge in der Basketball-Bundesliga, wie viele Fans nach dem Spiel meinten.

Das Ergebnis von nur minus Sechs täuschte letztlich über den überwiegenden Spielverlauf hinweg. Mehr als (die ersten) 25 Minuten hatte der MBC das Match total im Griff. Die Feststellung, überrollt worden zu sein, ließ Trainer Johan Roijakkers nicht gelten. Teilweise glich der druckvolle, energische Auftritt der „Wölfe“ aber einer Vorführung für die deckungsschwachen BGer, die in der ersten Hälfte reihenweise Konzentrationsschwächen und Flüchtigkeitsfehler zeigten, mindestens ein halbes Dutzend Korbleger verschenkten.

Viele Fans total frustriert

„Ich war mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, zufrieden“, kommentierte Roijakkers. Viele sahen das anders. „Absteiger, das war gar nichts“, brüllten frustrierte Fans den BGern bei der Ehren-/Abklatschrunde zu. Gewiss, starker Tobak!

„Der MBC ist momentan besser, mehr war nicht drin“, sagte Roijakkers weiter. Worte, die fast einer Bankrott-Erklärung nahe kommen. Wie will die BG denn den Klassenerhalt schaffen? MBC-Coach Krunic, der wie üblich fast immer auf dem Spielfeld stand, setzte nur sieben(!) Spieler ein, die sicher ganz bewusst ein ordentliches Pfund (67:47-Führung nach 25 Minuten) vorlegten, später aber einbrachen – erst dann kam die BG noch heran, erst dann trumpfte auch Khalid El-Amin (Double-Double mit 19 Punkten und zwölf Assists) auf, der zu Anfang auch mal wieder nicht seinen Wurf fand.

Ein Schatten seiner selbst bleibt derzeit der sonst so verdienstvolle David Godbold. Der Kapitän findet einfach seinen Rhythmus nicht. Nicht der einzige, der den physisch stärkeren MBCern individuell unterlegen war.

„Marcus Hatten hätte ich gern bei uns gesehen“, sagte Roijakkers nach der Pleite gegen Weißenfels. Der MBC-Aufbauspieler war bekanntlich vor der Saison wegen vermeintlicher Knieprobleme durch den Medizincheck gefallen, hatte sich dann aber wieder seinem damaligen MBC angeschlossen, erzielte nun gegen die Veilchen sechs Punkte, gab sieben Assists und klaute den BGern dreimal den Ball – eine starke Statistik.

Eine überraschende, wenn auch simple Erklärung lieferte der BG-Coach dafür, warum in den vergangenen Spielen Center Ruben Boykin gar nicht mehr oder nur noch ganz sporadisch eingesetzt wurde. „Ruben ist seit drei Monaten verletzt.“ Warum trennt(e) sich die BG dann nicht von ihm? Ricky Minard musste doch auch verletzt gehen....

Die BG, die zumindest noch den direkten Vergleich gegen den MBC als Minimalziel rettete, hat jetzt nur noch vier Heimspiele. Gegen die Tigers Tübingen ist der Druck am kommenden Samstag nun noch viel größer. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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