Talfahrt hält an / BG Göttingen steckt mitten in der Krise

Basketball-EuroChallenge: Nach Leiden weiter leiden?

Mit wehender Rastafrisur in die zweite Euro-Schlappe: Göttingens Raymond Sykes (am Ball gegen Leidens Patrick Hilliman) war mit 18 Punkten erneut erfolgreichster BG-Werfer. Fotos: Jelinek

Göttingen. Selbst Stefan Mienack war diesmal ziemlich bedient. „Wir haben ein katastrophales erstes Viertel gespielt – von der Körpersprache und Intensität her. Das muss man ehrlich sagen.“

10:20 verlor das Team des Göttinger BG-Trainers den Auftaktabschnitt gegen ZZ Leiden, ein „Rucksack“, der bis zum Ende (71:80) zu schwer war. Trotz punktemäßig ausgeglichenem weiteren Verlauf des ersten Heimspiels in der EuroChallenge war damit schon die zweite Pleite perfekt und die Hoffnungen auf einen erneuten Einzug in die zweite Runde (wie in den vergangenen beiden Jahren) im Prinzip schon erledigt.

„Wir haben versucht, hart zu spielen, aber in der Defensive müssen wir weiter an der Kommunikation untereinander und an der Rotation arbeiten“, kommentierte Raymond Sykes die nun wettbewerbsübergreifend bereits achte Niederlage in Folge. Apropos Sykes: Wer als amerikanischer Basketball-Profi auch nach zehn Spielen die europäische Schrittregeln noch nicht verinnerlicht hat, kann wie im Fall des BG-Centers eigentlich nur noch Unverständnis ernten. Erneut dreimal unterliefen Sykes derartige Fehler – dreimal zu viel. Und apropos Kommunkation: Die findet auf dem Parkett nur äußerst selten unter den Spielern statt

Talfahrt durch viele Details

Es sind diese vielen Details, die die Talfahrt der Veilchen scheinbar immer rasanter werden lassen. Zum Beispiel auch, dass man einen Einwurf von der Seite nicht in den vorgeschriebenen fünf Sekunden zu einem Mitspieler bekommt. Erstliga-Reife sieht anders aus. Auch Damian Saunders, Kwadzo Ahelegbe und Philip Noch sind in einem Loch. So führt denn auch nichts daran vorbei: Die BG steckt offensichtlich in einer Krise. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Knapp 1300 Fans im ersten Euro-Spiel (gegen Fußball-Deutschland - Holland im TV) tragen nicht zur Entspannung bei. Vorsichtig hatte die BG für die Euro-Spiele eh nur mit 1500 Fans im Schnitt kalkuliert.

„Uns fehlt die Abgezocktheit und Erfahrung“, räumte Coach Mienack weit nach dem Spiel ein. „Wir müssen sehen, wie wir diesen Prozess jetzt vorantreiben können.“ Angesichts der beiden anstehenden Niedersachsen-Heimderbys gegen München-Bezwinger Artland Dragons am kommenden Samstag und Oldenburg scheinen die Vorzeichen eher schlecht zu stehen gegen die individuell besser besetzten Landes-Nachbarn. Drohen die Niederlagen neun und zehn?

Viel deutet darauf hin, dass nun der Dezember für die BG zum „Schicksalsmonat“ wird. Da geht´s unter anderem gegen Bayreuth, Tübingen und Frankfurt, alles Teams, gegen die gepunktet werden muss, um nicht abzusteigen. Denn nur darum geht´s noch! Die Frage bleibt: Wie und wer kann für einen Wendepunkt sorgen? (haz/gsd)

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