Nach der 13. Niederlage in Bayreuth: Wie stoppt BG die Talfahrt?

Über 20 Minuten Einsatzzeit in Bayreuth: BG-Jungprofi Andy Onwuegbuzie (am Ball) gegen Bayreuths Simon Schmitz – eine Szene aus dem Heimspiel der vergangenen Saison. Foto: Jelinek/gsd

Bayreuth. Bei den Veilchen hält die Talfahrt an. Die Art und Weise der 13. Saisonniederlage in Bayreuth dokumentierte, dass es für das Teameng wird im Kampf gegen den Abstieg.

Derzeit stimmt wenig bei der BG Göttingen, die 2015 mit einer einmal mehr ernüchternden Schlappe beendet hat. Das Team von Trainer Johan Roijakkers hat momentan wenig Spielfluss, wenig Harmonie und schwache Trefferquoten, wurde von den Franken wiederholt mit Passfolgen eiskalt ausgespielt. Was aber vor allem zu denken gibt, dass auch die vermeintlichen amerikanischen Leistungsträger schwächeln und in einer Krise sind.

Deutlicher als in den letzten 15 Minuten in Bayreuth war dies kaum abzulesen. Roijakkers hatte nach einem 20-Punkte-Rückstand (36:56) offenbar genug und ließ Khalid El-Amin, Kapitän David Godbold und Terrell Everett auf der Auswechselbank schmoren. Von Everett kam wieder fast gar nichts, Godbold steckt tief in einem Loch, lässt die Zielgenauigkeit bei seinen Würfen vermissen, und Hoffnungsträger El-Amin wurde gut von Bayreuth abgeschirmt. „Godbold muss im Moment zu viel machen, er kann nicht seine eigenen Würfe kreieren“, hatte Roijakkers schon vorm Spiel gesagt.

Für das US-Trio schickte er seine deutschen Akteure aufs Parkett: Kulawick, Spohr, Schwarz Mönninghoff und auch Andy Onwuegbuzie, der letztlich 20:33 Minuten Einsatzzeit hatte. „Mit Andy haben wir das letzte Viertel gewonnen“, blickt Coach Roijakkers zurück. Schön für den Jungprofi - den Amerikanern stellt dies indes kein gutes Zeugnis aus. „El-Amin hat zwei Tage nicht trainiert, es war zu viel für ihn zuletzt“, erklärt Roijakkers, der den Spielmacher fürs Gießen-Spiel schonte. Bei Everett durfte die Zwangspause als Denkzettel gewertet werden, er hielt bislang nicht, was man sich erhoffte. Godbold nimmt Roijakkers in Schutz: Er sei nicht schuld daran, wie es derzeit (nicht) läuft.

„Ich versuche immer, mit den besten Spielern zu spielen“, unterstrich Roijakkers. „Das waren in Bayreuth die Deutschen. Ich habe es mit ihnen probiert, man muss doch ’was ändern, wenn es nicht läuft. Deshalb haben sie länger gespielt als die Amerikaner.“

Flammender Trainer-Appell 

Der BG-Trainer verweist auf eine Vorgeschichte zur Bayreuth-Pleite: „Das 63:67 gegen Braunschweig war eine harte Niederlage. Wir hatten alles gegeben, doch es reichte trotzdem nicht. Das tat weh!“ Das war in Bayreuth offenbar noch in den Köpfen der BGer, lähmte zum Teil. Roijakkers bleibt dennoch kämpferisch: „Wir geben nicht auf, nichts ist verloren, nichts vorbei. Mit dem Gießen-Spiel ist erst der halbe Weg zu Ende.“ Die Frage bleibt: Wie kann die BG die Talfahrt stoppen?

Gießen kommt mit zwei Ex-Bambergern 

"So kann man auswärts nicht auftreten! Wir haben schlecht verteidigt, ich bin sehr enttäuscht!“ Dominik Spohrs Worte waren nach der Pleite in Bayreuth an Deutlichkeit erneut kaum zu übertreffen. Und nun geht’s am Samstag (18.30 Uhr, S-Arena) im letzten Spiel der BBL-Vorrunde gegen Gießen. Die „46ers“ (wegen ihres Gründungsdatums 1846) sind die Bundesliga-„Dinos“, waren bis 2012/13 über 46 Jahre immer erstklassig. Mit 14:18 Punkten steht das Team von Trainer Dennis Wucherer gut da, gewann drei seiner sieben Auswärtsspiele.

„Tadda und Olaseni“, sagt BG-Coach Roijakkers nur zu Gießen. Soll ausdrücken, dass die Mittelhessen sich mit zwei Spielern vom Topteam Bamberg aufgefrischt haben. Shooting Guard Karsten Tadda und Center Gabriel Olaseni verleihen Gießen Klasse. Zweistellig treffen neben Olaseni noch Suleiman Braimoh, Yorman Polas Bartolo und Braydon Hobbs.

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