Nach dem Oldenburg-Coup: BG ist mit im Playoff-Kampf dabei

17 Punkte, sechs Rebounds, sechs Ballgewinne, vier Vorlagen: Basketball-Künstler Jamal Boykin  machte in Oldenburg sein bisher bestes Spiel für die BG Göttingen. Foto: dpa

Göttingen. „Wir sind eine Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft!“ BG-Coach Johan Roijakkers wird nicht müde, diesen Fakt immer und immer wieder zu betonen.

Diese gebotene Vorsicht mag den Niederländer ehren, er weiß nur zu genau, wie schnell man mit zwei, drei Niederlagen in Schwierigkeiten kommen kann.

Doch nach dem bravourösen sechsten Auswärtssieg in Oldenburg (88:69) zeigt die Tabelle der Basketball-Bundesliga aber auch diesen Fakt: Zusammen mit Frankfurt, den Artland Dragons und Braunschweig (alle 18:20 Punkte) kämpfen die Veilchen mit um die Playoff-Qualifikation. Zumindest derzeit.

Mit zwei folgenden Heimspielen gegen Frankfurt und Hagen haben die Veilchen jetzt eine prima Ausgangsposition. Dabei können sie ihre noch ausbaufähige Heimbilanz korrigieren. Und nach dem Meisterschafts-Match in Bonn kommt Tübingen zur BG.

„Khalid El-Amin: Die Beko BBL-Antwort auf ,das Ailton‘ – nur smarter und weniger rund“

Auch wichtig: Zu den Abstiegsrängen haben die BGer momentan vier Siege Vorsprung! Das ist kein sanftes Ruhekissen, auf dem man sich ausruhen kann, aber es beruhigt zumindest etwas.

„Wir wollten gut in die zweite Saisonhälfte starten“, offenbarte Göttingens Dominik Bahiense de Mello den BG-Plan. „Wir zerreißen uns füreinander, haben mit Herz und Energie gespielt.“ Er selbst hatte aber wieder mal kein Wurfglück. Nach dem ersten misslungenen Dreier hielt sich de Mello mit dem Werfen zurück, agierte dafür aber mannschaftsdienlich – ein Charakteristikum, das man eigentlich allen BGern nachsagen konnte.

Einen starken Auftritt legte Jamal Boykin hin, der nicht zum ersten Mal seinem Ruf als „Energizer“ gerecht wurde. Vorne und hinten – Boykin war, wie die Basketballer sagen, von „coast to coast“ (von Küste zu Küste) unterwegs. Ein Mitbringsel schmerzhafter Art hatte Dominik Spohr dabei. Ende des zweiten Viertels prallte er mit einem Oldenburger zusammen, wand sich auf dem Hallenboden.

Letztes Endes gab die bessere Teamleistung den Ausschlag zugunsten der Göttinger. Individuell sind ihnen sicher viele Oldenburger überlegen, doch das Zusammenspiel funktionierte bei den Veilchen einfach besser. Entsprechend angefressen war Baskets-Coach Machowski: „Wir haben nur Fahrkarten geschossen, kein Selbstbewusstsein gezeigt, den Ball zu selten unter den BG-Korb gebracht.“

Vergessen war bei der BG hinterher auch die Szene, mit der man die Baskets hätte lächerlich machen können: David Godbold erhechtet sich beim 59:76-Zwischenstand den Ball, Passt ihn im Fallen zu Alex Ruoff. Der prellt ihn beim Fastbreak extra gegen das Oldenburger Brett, damit der mitgelaufene Raymar Morgan (wieder 20 Punkte) ihn per Dunk versenkt. Klappte aber nicht! Morgan zog aber ein Foul, traf zumindest einen Freiwurf. Roijakkers vor der Rückfahrt: „Im Bus werden wir deshalb noch Spaß haben.“ (haz/gsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.