Närrische Niederlage: Bonn mit viel Respekt vor der BG

Erbitterter Bodenkampf: So eng wie hier im Hinspiel zwischen Göttingens besten Spieler Khalid El-Amin (links) und Bonns Tadas Klimavicius ging es meist zu. Foto: zje/gsd

BONN. Einfach närrisch, wie die Veilchen das Karnevalsspiel bei den Telekom Baskets Bonn doch noch verloren haben!

14 Sekunden vor Schluss kam die BG Göttingen in Ballbesitz, lag 65:66 zurück. 14 Sekunden – im Basketball eine kleine Ewigkeit. Doch die Bonner drängten die BGer an die Außenlinie ab, verhinderten eine gute Wurfposition. So vergab das Team von Trainer Johan Roijakkers nach einem Achterbahn-Spiel mit Höhen und Tiefen den durchaus möglichen siebten Auswärtserfolg in der Basketball-Bundesliga. Das 66:65 für die Bonner hatte Bestand, die Party im mit 6000 Zuschauern ausverkauften Telekom-Dome konnte steigen. Ärgerlich und eigentlich auch unnötig, diese bittere Ein-Punkte-Pleite für die Veilchen! Den Narhalla-Marsch gab’s nur für Bonn.

„Göttingen hat uns gewaltig den Rhythmus geklaut“, atmete Baskets-Coach Mathias Fischer hinterher durch. „Es war das erwartet schwere Spiel unter besonderen Bedingungen. Wir hatten viele Dreier, haben aber nicht hochprozentig getroffen. Am Ende hatten wir mehr Assists als Ballverluste.“

Veilchen ohne Morgan

Karnevals-Muffel Roijakkers blieb trotz der stimmungsvollen Atmosphäre nüchtern wie immer: „Ich bin sehr froh über das Ergebnis. Ich hatte nicht gedacht, so mithalten zu können.“ Dabei musste er auf „All-Star“ Raymar Morgan (Trauerfall in den USA) verzichten, Bonn konnte Benas Veikalas (verletzt) nicht einsetzen.

Auf dem Parkett entwickelte sich ein Spiel mit Läufen eines Teams und Gegen-Läufen des Kontrahenten – wie so oft im Basketball. Mitte der ersten drei Viertel geriet die BG jeweils in beträchtlichen Rückstand: 6:15 (6. Minute), 20:28 (15.), 30:43 (24.). Doch jeweils auch zum Viertel-Ende hin konnten die Veilchen die Resultate erträglicher gestalten, blieben im Rennen. Auch wenn bei den Bonnern André Mangold (vier Dreier) in der ersten Halbzeit und Angelo Caloiaro (drei) in den zweiten der Partie ihren Stempel aufdrückten. Caloiaro traf von außen fast, wie er wollte.

Nach einigen Konzentrationsschwankungen zeigten die Göttinger im letzten Viertel einen nervenstarken Auftritt. David Godbold und Alex Ruoff (je zwei Dreier) übertrafen dabei den unspektakuläreren Khalid El-Amin in ihrer Wirkung. Ruoff traf zur 56:52-Führung, Andy Onwuegbuzie Dreier blieb kurz danach erfolglos. Danach hielt Jamal Boykin die BG mit zwei „Drei-Punkt-Spielen“ (Korb plus Freiwurf) und acht Punkten im Spiel, doch es reichte nicht, weil Caloiaro und Klimavicius für die Baskets trafen. El-Amin schaffte mit vier Freiwürfen nur den Anschluss. Beim letzten Angriff prallte der Ball von Ruoffs Bein ins Aus – zu dumm!

„Göttingen steht zu Recht so weit oben“, meinte Bonns Mangold. „Die BG hat uns mit einer geschickten ,Winke-Winke‘-Zonen-Verteidigung vor Probleme gestellt. Wir konnten den Schalter gerade noch umlegen.“ Übrigens: Am Dienstag (24. Februar) sieht man sich schon wieder – in der Pokal-Qualifikation fürs Final-Four. Dafür hat die BG im Telekom-Dome schon mal geübt. Hat sie dann auch ein bisschen mehr Glück? (gsd)

Von Helmut Anschütz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.