Basketball-Bundesliga Männer

Nelson hatte Sieg für die BG Göttingen in der Hand

Kein Glück beim letzten Wurf: Göttingens Luke Nelson (am Ball) gegen Vechtas Tim Hasbergen.
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Kein Glück beim letzten Wurf: Göttingens Luke Nelson (am Ball) gegen Vechtas Tim Hasbergen.

Am Ende ging es um drei Sekunden. Letzter Angriff der BG Göttingen in der regulären Spielzeit im Kellerduell der Basketball-Bundesliga gegen Rasta Vechta.

Göttingen – Luke Nelson bringt den Ball nach vorn, die Spieluhr tickt runter. Der Brite nimmt den letzten Wurf, übernimmt Verantwortung, obwohl links Aubray Dawkins völlig freisteht. Aber die Kugel titscht auf den Ring, es bleibt beim 86:

86 nach 40 Minuten. In der fünfminütigen Verlängerung knicken die Veilchen dann vollends ein, unterliegen Vechta mit 4:16 und insgesamt 90:102.

Die Talfahrt der Göttinger hält damit an, es war die neunte Pleite in den vergangenen zehn Spielen. Abstiegskampf zementiert!

Nelsons missglückter Wurf passte zum Kommentar von Trainer Roel Moors nach dem bitteren Ende: „Wir haben sehr, sehr schlechte Entscheidungen getroffen – auch unsere erfahrenen Spieler. Wenn ein Gegner den Vorsprung kleiner werden sieht, glaubt er wieder an einen Sieg. Das ist heute passiert. Unser schlechtes Game-Management war enttäuschend.“

Letzten Endes war die BG eben selbst verantwortlich für die fünfte Heimniederlage, die die Gesamtsituation sehr verschärft. Wer aber einen Vorsprung von 15 Punkten von kurz nach der Halbzeit verspielt (49:34), muss sich hinterher auch nicht über Schiedsrichter-Entscheidungen aufregen, obwohl es dazu durchaus zwei Mal einen Grund gab. In der Verlängerung wurde BG-Center Tai Odiase, der diesmal mehr mit neuer Friur glänzte als mit wie zuletzt überragenden Aktionen, hart angegangen, doch die eigentlichen zwingenden Pfiffe der jungen Referees Theis und Sirowi blieben aus. „Fehlentscheidungen“ nannte dies BG-Chef Frank Meinertshagen. „Odiase wurde ganz klar weggeschoben.“ Die Leistung der Jung-Referees bezeichnete Meinertshagen als „nicht gut. Aber deswegen haben wir nicht verloren.“

Die BG zeigte sich in der ersten Halbzeit verbessert in der Verteidigung und an der Freiwurflinie (13 von 14). Am Ende war die Quote aber von 93 wieder auf nur 71 Prozent gesunken, weil die BG in der zweiten Halbzeit nur noch 14 von 24 Freiwürfen traf. Auch die vier Dreier von Vechtas Christen, alle nach demselben Spielzug erzielt, konnten die Veilchen nicht unterbinden. In der Schlussphase waren dann auch noch Vechtas Stefan Peno und Kapitän Josh Young von jenseits des Perimeters erfolgreich – noch ein Siegfaktor für Rasta, was auch an der Dreier-Quote (23 gegenüber 48 Prozent) abzulesen war.

„Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Wir haben das Spiel an Vechta gegeben. Wir hatten offensiv und defensiv einen guten Rhythmus, den wir leider nicht 40 Minuten halten konnten. Wir haben unseren Job nicht gemacht“, resümierte Coach Moors.

Ärgerlich und schmerzlich“ nannte Meinertshagen die Niederlage. „Ein Sieg hätte uns den Push nach vorn geben können für das dringend benötigte Selbstvertrauen.“ Dem war aber nicht so. Und nun kommt am nächsten Freitag Ex-Coach Johan Roijakkers mit seinen Bambergern. Und dann Alba Berlin. Bescheidene Aussichten für die BG. Die Krise dürfte sich verschärfen.  (Helmut Anschütz/gsd)

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