2. Basketball-Bundesliga: BG Göttingen macht’s beim 88:85 in Jena viel zu spannend

Nervenstark ins neue Jahr

Starke Vorstellung trotz sechs Ballverlusten: Akeem Vargas (rechts) scorte 24 Punkte. Links Jena-Star Kenny Barker, den die BG aber in Schach hielt. Foto: Jelinek

Jena. Warum nur muss es sich die BG Göttingen selbst so schwer machen? Es spannend machen, wo es nicht mehr nötig ist? Für Nervenkitzel sorgen, wenn ein Spiel schon sicher gewonnen zu sein scheint? Antworten darauf sind schwierig. Zumindest ist es im ersten Rückrundenspiel der 2. Basketball-Bundesliga bei Science City Jena noch einmal gutgegangen. Die Veilchen siegten nach zwischenzeitlicher 17-Punkte-Führung hauchdünn mit 88:85 (53:38), wahrten Platz eins und hatten damit letztlich auch einen „heißen“ Start ins neue Jahr.

Wie befürchtet musste Trainer Johan Roijakkers neben „Humpty“ Hitchens auch auf Marco Grimaldi (Oberschenkelzerrung) verzichten. So kam der oft geschmähte Michael Crowell zu 23:09 Minuten Einsatzzeit – und machte seine Sache gut. Auch Steffen Teichert (2:09) als vierter Deutscher bekam ein dickes Lob vom Coach.

Jena begann mit „heißem Händchen“, Kapitän Christoph Roquette war im ersten Viertel nicht zu halten. Alsbald übernahm aber die BG die Regie, auch weil nun BG-Topscorer Akeem Vargas langsam heiß lief. Der zweite Dreier von Ramon Harris, ein Rückhand-Korb von Nick Livas, ein Dunk vom starken Michael Wenzl – so frühstückten die Veilchen Jena zu Beginn des zweiten Viertels ab. City-Coach Georg Eichler reagierte beim 23:34 gegen sein Team per Auszeit. Half nichts: Die BGer bolzten Tempo, warfen den Thüringern die Bälle nur so rein – 49:32 nach 17 Minuten, das war der höchste Göttinger Vorsprung. Das 38:53 zur Pause kommentierte Jenas „Hallen-Schreier“ so: „Hier ist noch alles drin...“ Dass er Recht behalten sollte, war in der Halbzeit kaum zu glauben.

Auch im dritten Viertel blieb die BG absolut am Drücker, auch wenn der Vorsprung nach 30 Minuten auf 74:63 geschmolzen war. Und nach zwei Dreiern von Vargas zum 80:67 schien der achte Sieg im neunten Auswärtsspiel in trockenen Tüchern. Doch per 14:0-Lauf kippten vor allem Jenas Garrett Sim und Kevin Wysocki die Partie total, Jena auf einmal 81:80 vorn – unfassbar!

Das Drama begann dann 1:49 Minuten vor Schluss, nachdem Paul Guede per Dreier zum 86:82 getroffen hatte. Technisches Foul Livas – 86:85. Zehntel-Sekundenweise tickte die Uhr runter: 15,2, 14,8, 12,2, noch 10,5 Sekunden, als nur ein Freiwurf von Guede zum 87:85 reinfällt Im Gegenzug trifft Jenas Sim seinen ersten Freiwurf nicht, schmeißt den zweiten absichtlich gegen das Brett, um den Rebound zu kriegen – klappt nicht. Gegenseite Freiwurf für Crowell, plötzlich steht die Uhr bei noch vier Sekunden. Fehler vom Kampfgericht? Sie wird auf noch 2,7 Sekunden runtergestellt. Crowell vergibt den ersten, trifft den zweiten Freiwurf, 88:85. Dramatik pur! 200 BG-Fans feiern ihr Team.

Roijakkers: „Wir sind eigentlich klug genug, so ein Spiel zu kontrollieren. Jena hat gut verteidigt, 20 Ballverluste sind viel zu viel.“ (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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