Der neue BG-Center Scott Eatherton: Vom Eishockey unter den Korb

Göttingen. Eines vorweg: Das kleine Rätsel um seine Länge konnte nicht abschließend geklärt werden. Im offiziellen Steckbrief der Basketball-Bundesliga ist er mit 2,03 Meter angegeben. Zu Beginn der Vorbereitung teilte Johan Roijakkers aber mit, dass man bei einer internen „Nachmessung“ auf 2,06 m gekommen sei. „Ich weiß es nicht genau“, lächelt Scott Eatherton, dem nur das US-Maß (six foot eight) geläufig ist. Das wären 2,07 m.

Vielleicht auch egal. Jedenfalls ist Scott Eatherton der neue Center der Veilchen – mit einem im Gespräch oft spitzbübischen Lächeln. Der Begriff des „sunny boy“ passt auf ihn ziemlich gut.

Der neue Big Man der Göttinger kommt aus Hershey (US-Bundesstaat Pennsylvania), wahrscheinlich nicht gerade als Basketball-Metropole bekannt. Dafür aber, das wissen Fachleute, durchaus als Eishockey-Standort. Die „Hershey Bears“ spielen in der AHL, der zweithöchsten US-Liga. Was das mit Eatherton zu tun hat? Eine Menge, denn fast wäre aus ihm ein „Hockey-Player“ (wie es im US-Terminus heißt) geworden und kein Basketballer. Irgendwann hat er dann dem Eishockey einen Korb gegeben und sich für den Ball statt Puck entschieden. Zum Glück für die BG, muss man zurzeit sagen.

Eatherton hatte bei den Veilchen einen Einstand, den selbst Coach Roijakkers so nicht erwartet hatte. Als Beispiel dienen allein die drei „Double-Double“ in sechs Spielen. In seiner Uni-/College-Zeit war er damit mal zweitbester seiner Liga. Die zweistelligen Statistikwerte seien in jedem Spiel sein Ziel, sagt der große Blonde mit Schuhgröße 49 weiter.

Erste Profi-Station Sizilien

Sein erstes Profi-Engagement war in der vergangenen Saison in Italien, genauer bei Moncada Solar Agrigento auf Sizilien. „Wir mussten immer zwei Stunden zum nächsten Flughafen fahren und dann zu den Spielen fliegen“, berichtet Eatherton. Anstrengend, Stress pur. Sein Agent wollte ihn nach Belgien vermitteln, doch dann flatterte das BG-Angebot rein. „Die BBL ist eine bessere Liga“, sagt Eatherton und hofft, den richtigen Schritt gemacht zu haben. Sein Trainer in Agrigento sei härter als Johan Roijakkers gewesen, auch die Team-Chemie sei bei der BG besser.

Alles neu für den Hünen: Mit Ehefrau Courtney lebt er am Innenstadtrand, zusammen genießen sie Cafés und Restaurants. Die Hochzeit war im vergangenen Juni. Ein dritter ist mit den Eathertons auch schon im Bunde – Thiago, ein Mischlings-Hund, den das Paar in Italien von der Straße rettete. Neu war auch Scotts Dienstwagen. Amerikaner sind eben Automatik-Schaltung gewohnt...

Klar, dass er auch den amerikanischen Wahlkampf verfolgt hat. Die Kandidaten Clinton und Trump sagen ihm aber beide eher nicht zu. „Ich werde nicht wählen“, sagt Eatherton. Und lächelt wieder. Zumindest aber scheint die BG mit ihrem neuen, schlaksigen Center eine gute Wahl getroffen zu haben. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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