Der neue BG-Ladies-Trainer Paar: Ich will Meister werden!

Schelm aus dem Saarland BG-Coach Hermann Paar posiert vor einem Albert Einstein-Graffiti gegenüber der FKG-Sporthalle. Sportliche Geistesblitze hat er immer wieder, wenn er seine Teams coacht (Foto oben). Zu Paars Hoffnungsträgerinnen zählt in dieser Saison unter anderem die neue Amerikanerin Raven Anderson (Foto re., links). Fotos: Gleitze-gsd / Jelinek-gsd 

Göttingen. „Es ist alles viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe.“ Ein größeres Kompliment könnte Hermann Paar seiner neuen Wirkungsstätte nicht machen. Der neue Trainer des Basketball-Zweitligisten Veilchen Ladies hat sich noch einmal einer weiteren Herausforderung gestellt, in seinem Alter – er ist 61 Jahre – doch eher ungewöhnlich.

„Ich komme vom Leistungsturnen, habe aber schnell den Weg zum Basketball gefunden“, erzählt der in Völklingen geborene Saarländer. Der ehemalige Pflegedienstleiter im Krankenhaus-Management hat sein Hobby Basketball zum Beruf gemacht. Seine erste Station als aktiver Basketballer war sein Heimatverein, der damals in der Oberliga spielte. Danach zog es ihn zu den Basketballfreunden Dillingen in die zweite Liga. Sehr früh aber widmete sich der A-Lizenz-Trainer der Betreuung von Teams, erst trainierte er Männer, dann aber führte er das Frauen-Team vom TV Saarlouis von der vierten in die erste Liga. Mit den Frauen des BTV Wuppertal wurde er deutscher Basketball-Meister und Pokalsieger 2002. Danach ging er für 13 Jahre nach Luxemburg und wurde quasi „Mister Basketball“, kümmerte sich dort um alles und jeden.

Großes Nachwuchspotenzial

Nun aber hat er ein Ziel mit seinem neuen Team, den Göttinger Veilchen Ladies: „Ich will Meister werden.“ Das passt zu einem Mann, der sich selbst als „hyper-ehrgeizig“ bezeichnet. „Meine Basis ist, Spielerinnen immer weiter zu entwickeln. In dieser Hinsicht sehe ich ein großes Potenzial in diesem Verein.“ Er betont, dass die Frauen der BG 74 ein „Alleinstellungsmerkmal in dieser Stadt haben, da auch viele Spielerinnen direkt aus Göttingen kommen“. Der Vater von zwei Töchtern und einem Sohn ist familiär unabhängig, seine Kinder sind „aus dem Haus“. Diese völlige Unabhängigkeit liebt er, je älter er geworden ist. „Ich kann tun und lassen, was ich will.“

Sein erst einmal einjähriges Engagement bei den Veilchen Ladies ging sehr schnell über die Bühne. „Es gab einen Kontakt zu Richard Crowder (Geschäftsführer der Veilchen Ladies, die Red.), ich habe allerdings bis dahin nur Videos gesehen, das Team vorher noch nicht live“, erzählt Paar. „Die Aufgabe reizt mich, zumal viele Spielerinnen auch echte Sympathieträgerinnen, reine Amateure sind, die eine Vorbildfunktion haben“, hat er nach kurzer Eingewöhnungsphase und während der Testspiele in der FKG-Halle gespürt. Festgestellt hat er im übrigen auch schon, dass es ein großes Potenzial im weiblichen Nachwuchsbereich in Göttingen gibt. Es imponiert ihn zudem die „exorbitante Trainingsbeteiligung“, Bereits morgens um 6.30 Uhr trainieren diejenigen, die arbeiten oder studieren müssen. Weitere Trainingszeiten sind um 13 Uhr und um 19 Uhr, am Dienstag gar spät um 20.45 Uhr.

Die beiden US-Amerikanerinnen Raven Anderson und Joanna Miller sind über ihre Agenten verpflichtet worden. „Beide machen bisher einen guten Eindruck“, sagt er. Miller müsse sich aber sicherlich noch im Defensivbereich verbessern. Überhaupt schwärmt Paar, der die asiatische Küche mag, von der Möglichkeit, das Reha-Zentrum Rainer Junge nutzen zu können. „Grandios finde ich daran, dass für jede Spielerin ein individuelles Programm im Athletikbereich erstellt wird.“ (gsd)

Von Walter Gleitze

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