Basketball-Bundesliga

Der neue Göttinger BG-Trainer Roel Moors: Mit Disziplin und Freiheit

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Gibt jetzt bei den Veilchen Gas: Roel Moors vor seinem neuen Dienstwagen am Basketball-Zentrum. 

Er macht einen ruhigen, besonnenen, gesetzten Eindruck: Erste Kontaktaufnahme mit Roel (gesprochen: Ruuul) Moors, dem neuen Trainer von Basketball-Bundesligist BG Göttingen. Gut eineinhalb Basketball-Spiele nimmt sich der Belgier Zeit, um einen ersten Eindruck zu vermitteln. Er ist ein Mann mit Prinzipien.

Natürlich kommt ihm zugute, dass er in Bamberg schon eine (abgebrochene) Saison in der Basketball-Bundesligist gearbeitet hat. Umso ungewöhnlicher, dass Moors (41 und damit nur zwei Jahre älter als Vorgänger Johan Roijakkers) mit seinem niederländischen Vorgänger die Seiten getauscht hat. Bei der BG hat er jetzt den gleichen Status wie Roijakkers: Er ist Trainer und Sportdirektor zugleich für erst einmal zwei Jahre. „Mit Perspektive möglichst darüber hinaus“, wie BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen ergänzt. „Ich muss jetzt eine neue Mannschaft rekrutieren“, weiß Moors längst um seine wahrlich nicht einfache Aufgabe. „Hundt und Lockhart hätte ich gern behalten.“ Zumindest mit Dennis Kramer gab es am Freitag eine Erfolgsmeldung (siehe nebenstehenden Bericht) – zumindest der zweite Spieler nach Marvin Omuvwie.

Eigentlich klar, dass sich Moors (der deutsch versteht, lieber aber in Englisch antwortet) nun so viel auch nicht von seinem Vorgänger unterscheidet: „Ich setze auf Disziplin, aber es gibt natürlich auch Freiheiten.“ Das bezieht er auf dem Basketball-Feld auf die Offensive, wenngleich die Defensive auch für den ehemaligen Spielmacher (Charleroi und Antwerpen) das A und O in seiner Sportart ist.

Zum Abgang aus Bamberg, den die Franken mit fehlender Entwicklung der Spieler begründeten, stellt er klar: „Bamberg hat zwei Trainer dafür.“ Daher sei dies nicht seine vorrangige Aufgabe gewesen. „Klar, ich hätte auch gern mehr Siege gehabt“, so Moors, der gern liest und läuft, um den Kopf freizubekommen, aber jetzt nicht mehr nach hinten blicken will.

Mit eher bescheidenen Mitteln zu arbeiten, sei er aus seiner Vor-Bamberg-Zeit in Belgien gewohnt, verrät der neue Veilchen-Coach. Gegenüber Bamberg muss Moors, der - obwohl im Bier-Land Belgien aufgewachsen - keinen Alkohol trinkt (sondern lieber mal Schokolade isst), in Göttingen tiefer unten im Regal einkaufen. Athletische Akteure, die gut werfen können, bevorzuge er dabei – ebenso schnellen Basketball.

„Sehr beeindruckt“ ist Moors, der in Antwerpen den Spitznamen „The Rock“ (der Fels) hatte, vom Trainingszentrum. Da könne auch das von seinem Vorgängerklub nicht mithalten. Beste Voraussetzungen, um Spieler zu entwickeln.

Moors, der bei der BG für zwei Jahre zugesagt hat, stammt aus Herentals, einem kleinen Ort rund 35 Kilometer östlich von Antwerpen. Mit seiner Lebensgefährtin Miranda hat er zwei Kinder: Stammhalter Wik (11) und Tochter Like (8). Zur Zeit ist die Familie vereint in Göttingen in der neuen Wohnung in Rosdorf, während der Saison sind Frau und Kinder aber in Lier (südöstlich von Antwerpen).

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