Kwadzo Ahelegbe: Der Spielmacher wird die Hallensprecher zur Verzweiflung bringen

Der neue Zungenbrecher

Wenn das nicht passt: Der neue BG-Dampfmacher Kwadzo Ahelegbe dreht an der Dampfmaschine (gebaut 1900 in Zwickau) vor der BBS II in Göttingen am großen Rad. Foto: Gleitze/gsd

Göttingen. So einen Zungenbrecher hat die BG Göttingen in bisher vier Bundesliga-Jahren noch nie verpflichtet gehabt. Wie wird denn „Kwadzo Ahelegbe“ nun wirklich richtig ausgesprochen? „Kät-scho“, erklärt der neue Spielmacher der Veilchen erstmal seinen Vornamen. Erste Silbe ganz kurz, die Betonung auf der zweiten. Ok. Aber nun der Nachname! „Eiligba“ hatte ihn Trainer Stefan Mienack durchgesagt. Stimmt nicht ganz. „Heligba“, spricht Ahelegbe ihn aus. Vorne mit H eben. Meine Güte, bis die BG-Fans das drauf haben, dauert’s wohl die ganze Saison.

Ahelegbe macht aber einen Vorschlag zur Güte. Einfach englisch „K“ oder „Jojo“ (phonetisch dscho-dscho) - damit kann auch der deutsche Normalo klarkommen.

Der Name kommt übrigens aus Ghana. Aus dem westafrikanischen Land stammen seine Vorfahren. Er selbst ist aber im US-Bundesstaat Minnesota geboren - eigentlich der „Hockey-State“, wo sehr viele Eishockeyspieler herkommen.

Seine Eltern Kwami (Vater) und Kufut (Mutter) leben nach wie vor in Oakdale (bei St. Paul/Minneapolis); Kwadzo ist das jüngste von sechs Kindern. Adam, Efa, Gameli, Mawusi und Kwoa heißen seine Geschwister - Namen, die an seine Herkunft erinnern. Eine seiner zwei Schwestern leitet in Ghana eine Grundschule.

Infos von zwei Ex-BGern

Ungewöhnlich: „Jojo“ hat nicht etwa mit Basketball angefangen, sondern mit Fußball. In der 8. Klasse hat er „soccer“ aber aufgegeben. Inzwischen bezeichnet sich der neue BG-Pointguard als „Basketball-Junkie“ oder „Workaholic“ in jeder Hinsicht. „Ich will immer dazulernen - jeden Tag ein bisschen mehr.“

BG als großes Abenteuer

Den Einstand in Göttingen zumindest ein bisschen erleichtert haben ihm zwei ehemalige BGer. Ben Jacobson und John Little, beide jetzt mit Ex-Coach John Patrick zu Aufsteiger Würzburg gewechselt. Wie Kwadzo haben sie an der University of Northern Iowa, wo er noch seinen Studien-Abschluss (Masters in Schul-Verwaltungswesen) machen will, studiert. Bei Jacobson hat er sich über die BG informiert. So ist wenigstens nicht alles komplett neu für Ahelegbe.

Natürlich ist für den 23-Jährigen, der mit seiner gedrungenen Statur an das frühere Ulmer und Bremerhavener Kraftpaket Jeff Gibbs („der Mann ohne Hals“) erinnert, Europa, Göttingen und die BG ein großes Abenteuer - wie für alle jungen US-Boys, die in die „alte Welt“ kommen.

„Ein guter Platz, um meine Karriere zu starten“, sagt Kwadzo, der auf Alkohol und Nikotin gänzlich verzichtet. Besonders betont er, auch die Kultur kennenlernen zu wollen. Etwas davon vielleicht schon bis Dezember: Dann kommt Freundin Nina (22) zu Besuch. Nebenbei: Kwadzo hat mit einer früheren Freundin einen Sohn.

Und um zum Abschluss noch ein Rätsel, um seinen Vornamen zu lösen: Kwadzo hat in Ghana eine besondere Bedeutung: Der am Montag Geborene. „Jojo“ lächelt dabei ziemlich stolz. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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