Als neuer Anführer: Perry macht der BG Göttingen Hoffnung

Saubere Ballführung mit links: Göttingens Harper Kamp (hier am Ball im Test gegen Zwolles Jessey Voorn) zeigte in Hagen eine gute Leistung wie in den besten Zeiten. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Kann dieser Mann zum neuen Hoffnungsträger für die Veilchen werden? Nach den ersten beiden Auftritten von Marque (gesprochen: Marki) Perry muss man sagen: JA! Der neue Spielmacher ist sicher ein ganz anderer Typ als Khalid El-Amin: Weniger bullig, weniger athletisch – ob mit weniger Genialität, wird sich noch zeigen. 16 Punkte gegen Hagen und 24 gegen Bonn bei den letzten beiden Tests vorm Bundesliga-Start am kommenden Samstag in Tübingen konnten sich sehen lassen. Damit setzte der kleine Pointguard erstmal eine Duftmarke.

Seine neuen Mitspieler und auch BG-Trainer Johan Roijakkers waren voll des Lobes über Perry (34), den Globetrotter, der schon bei 14 verschiedenen Klubs in Europa gespielt hat. „Perry wird der Kopf des Teams“, glaubt Robert Kulawick. „Er hilft uns weiter.“ Trainer Roijakkers: „Im Verhältnis von Preis und Qualität ist er der beste Spieler der Liga.“ Große Worte, die Perry zumindest schon mal ansatzweise rechtfertigte. Der Mann aus Chicago verkörpert den soliden, klassischen Spielmacher, den Ballverteiler, der sich aber auch selbst viel zutraut und mit guten Anspielen und Punkten vorangeht und glänzt.

Mönninghoff ohne Testspiel

Überhaupt ist den Veilchen gegen Bonn viel gelungen, was jedoch auch nicht überbewertet werden sollte. Zumal die Rheinländer noch wenig Harmonie erkennen ließen. „Wir haben aber unser Potenzial gezeigt“, meinte Malte Schwarz. „Wir haben gut zusammengespielt. Es war schön zu gewinnen. Jetzt können wir mit einem guten Gefühl nach Tübingen fahren.

„Das Spiel gegen Bonn war schon viel besser als das gegen Hagen“, sagte Mathis Mönninghoff, der wegen seiner anhaltenden Probleme wegen seines Muskelfaserrisses im Oberschenkel eine weitere MRT-Untersuchung hinter sich hat, die gesamte Vorbereitung verpasste und nicht eines der zehn Testspiele absolvieren konnte. „Wir haben den Ball in der Offensive gut bewegt, das war ein Schritt nach vorn, auch wenn natürlich noch nicht alles klappte.“

Wo steht die BG nach den zehn Tests? Fünf Siege (Hamburg, Limburg, Groningen, Zwolle und Bonn) stehen fünf Niederlagen (Gotha, MBC, Mons, Aalst und Hagen) gegenüber. Perry ist eine späte Bereicherung. Kamp war gegen Bonn weitaus besser als zuvor. Boykin übertrumpft seinen Bruder Jamal, streut immer wieder Dreier ein wie auch Kulawick. Schwarz zeigt sich sehr agil, hat auch Dreier auf Lager. Spohr hängt ein wenig im Loch. Die Gastspieler Livas und Alexander dürften im Ligabetrieb keine Rolle mehr spielen – wenn dann auch David Godbold und Shane Edwards, die in Hagen geschont wurden, wieder zurück sind. Nicht ausgeschlossen, dass sie in Tübingen wieder dabei sind.

„Wir hatten Momente, wo wir richtig schön gespielt haben“, lobte Coach Roijakkers. Das will bei ihm schon etwas heißen! „Perry und Kamp sind Vorbilder fürs Team. Das ist kein Zufall.“ Von ihnen könnten sich alle anderen eine Scheibe abschneiden.

Countdown über vier Tage

Am vergangenen Montag war wie üblich frei für die Spieler. Am Dienstag begann nun Roijakkers‘ gewohnter Vier-Tage-Countdown vor dem von allen BG-Anhängern heiß ersehnten Bundesliga-Start am kommenden Samstag (20.30 Uhr, live auf Telekombasketball.de) in der Paul-Horn-Arena gegen die Tigers in Tübingen. (haz-gsd/nh)

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