Basketball-Bundesligist aus Göttingen bekommt ein neues Zentrum

Schmuckkästchen für die BG: Das neue Trainingszentrum ist einzigartig in Deutschland

Bauzaun, Bagger und noch ein bisschen Durcheinander: Außerhalb des neuen Trainingszentrums von Basketball-Bundesligist BG Göttingen gibt es noch einiges zu tun. Foto:  Gleitze

Göttingen. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) hat in der vergangenen Woche in Göttingen das neue Trainingszentrum von Basketball-Bundesligist BG Göttingen offiziell eingeweiht. Fakten rund um den Neubau:

Der Hintergrund

Eine der vielen Lizenz-Bedingungen der Basketball-Bundesliga ist, rund um die Uhr eine Trainingshalle für die Gastmannschaften vorzuhalten. Ohne dass dies durch Schulsport oder Ähnliches nicht möglich ist. Die BG Göttingen hatte für die laufende Saison eine Ausnahme-Genehmigung.

Das Projekt

Die neue Halle liegt unmittelbar neben der BG-Heimstätte, der Sparkassen-Arena. Sie hat eine Fläche von 2660 Quadratmetern und ist auf dem Gelände der ehemaligen, inzwischen abgerissenen Godehardhalle errichtet worden. Im Mai 2015 beschloss die Göttinger Sport- und Freizeit-GmbH den Bau des neuen Basketball-Zentrums (BBZ). Baubeginn war im März 2016. Weil unter anderem noch eine Suche nach Weltkriegsbomben notwendig war, stiegen die Kosten von geplanten 3,5 Millionen auf netto 4,2 Millionen Euro.

Die Verträge

Die BG Göttingen mietet das BBZ von der Stadt Göttingen. Die Mietdauer beträgt 30 Jahre, dann soll das Projekt finanziert sein. Die monatlichen Kosten wurden nicht genannt, die Rede ist von einer fünfstelligen Summe. Die BG beziehungsweise Lizenzinhaber Pro Basketball Göttingen GmbH (PBG) tritt selbst als Vermieter auf – für die integrierte Physiotherapie-Praxis und das Fitnessstudio „Athleticum Junge“ im Erdgeschoss. Die Trainingsmöglichkeiten dort sind deutschlandweit einmalig.

Im BBZ befinden sich zudem eine Sauna und ein Massageraum, ein Video-Raum mit 14 Kinosesseln und Touchscreen-Bildschirm, eine Lounge, personalisierte Spinde Extra-Umkleiden für den Nachwuchs – „besser als bei einigen Bundesliga-Klubs“, sagt BG-Trainer Johan Roijakkers.

Vom Feinsten: Die Umkleidekabinen im neuen Trainingszentrum der BG.

Der Synergieeffekt

Bis jetzt musste die BG in der Sporthalle des Felix-Klein-Gymnasiums (FKG) oder in der Sparkassen-Arena trainieren und zum Rehazentrum fast ans andere Ende der Stadt fahren. Roijakkers monierte oft den Zeitverlust wegen der langen Wege. Auch die Physio-Praxis, die an die Trainingshalle grenzt, erleichtert die tägliche Trainingsarbeit. Weiterer Vorteil: Im BBZ liegt jetzt der gleiche neue Parkettboden wie in der S-Arena. Das mindere auch die Verletzungsgefahr, sagt der BG-Coach.

Die Reaktionen

„Die 4,2 Millionen Euro sind gut angelegtes Geld“, sagte Oberbürgermeister Köhler bei der Einweihung. Nicht nur die Profis nutzen das neue Schmuckkästen der BG, sondern auch die Nachwuchs-teams des Klubs (NBBL, JBBL) – sie zählen ebenfalls zu den Lizenzbedingungen. Köhler: „Wenn die Halle nur für die Profis gewesen wäre, hätten wir sie nicht gebaut.“ Weil auch die Jugend im neuen BBZ trainiert, werden in anderen Hallen Kapazitäten frei.

Der nach einem Kreuzbandriss immer noch verletzte Göttinger Profi Andrej Mangold: „Diese Halle ist ein Meilenstein.“ Sie sei noch besser als die Bedingungen in Bonn, seinem Ex-Klub. Roijakkers: „Das ist Top-Level in Europa.“ BG-Chef Frank Meinertshagen: „Das BBZ hat jetzt schon einen Mehrwert: das neue Teamgefühl.“ Man habe ein Zuhause gefunden. Verantwortliche von anderen Erstligisten haben schon mal vorbeigeschaut – die Bundesliga ist neidisch auf das neue Zentrum.

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