2. Basketball-Bundesliga: Dominik Spohr denkt schon an die Zeit nach dem Sport

Nicht nur Körbe im Kopf

Göttingen. Mit diesem Mann muss man bei der BG Göttingen rechnen! Dominik Spohr ist einer der acht neuen Spieler, die der Basketball-Zweitligist zur neuen Saison verpflichtet hat. Rechnen hat aber auch Spohr selbst gelernt. Der gebürtige Hagener schloss nach dem Abitur eine Lehre als Bankkaufmann bei der Märkischen Bank ab. Der Small Forward hat nicht nur Körbe im Kopf!

„Im Moment liegt mein Hauptaugenmerk natürlich auf Basketball“, erzählt der sehr selbstbewusste 24-Jährige bei unserem Gesprächstermin. „Bis Mitte 30 möchte ich Basketball spielen.“ Doch für die Zeit danach sorgt er jetzt klugerweise schon vor, möglicherweise für einen akademischen Beruf. Deshalb absolviert Spohr auch ein Fernstudium an der Europäischen Fachhochschule (Euro-FH) in Hamburg, hat dort Betriebswirtschaftslehre und Wirtschafts-Psychologie belegt. Der kluge Mann baut eben vor! „Ich habe klar strukturierte Vorstellungen“, sagt Spohr.

Und wie ist er nun zur BG gekommen? „Das ging von Johan aus“, erinnert sich Spohr und meint BG-Coach Roijakkers. Kurios: Schon Ende vergangener Saison wollte ihn der Holländer aus Gießen holen, als offen war, ob die insolventen Hessen die Serie überhaupt noch zu Ende spielen.

Trainer will ein Titel-Team

Gut, damals klappte der Wechsel nicht – dafür jetzt. „Ich habe nicht lange überlegt. Die sportliche Perspektive gab den Ausschlag. Johan sagte, dass er ein Championship-Team auf die Beine stellen will“, sagt der Westfale, der schon vier Jahre 1. Liga spielte. „Wenn in die Pro A, dann zu einem ambitionierten Team“, so seine Überlegung.

Und so erhielt Spohr, der 1994 mit Basketball bei der BG Hagen in der „Mikros“-Mannschaft anfing und auch die Hagener Folgevereine Brandt und BBV durchlief, ein gutes Angebot und ist bislang zufrieden – bis auf seine Knöchelverletzung von letzter Woche, die aber schon wieder abklingt. Nächste Woche möchte er wieder angreifen.

Die gesamte Organisation bei der BG hält er für „erstliga-reif“ – ein dickes Lob fürs Management! Und im neuen Team passe jeder gut auf den Positionen. Dass mit Harper Kamp letzte Woche noch ein Center kam, hält Spohr für „absolut notwendig“.

Sehr wichtig ist ihm auch sein privates Umfeld. Vater Ulrich und Mutter Petra haben ihn stets gefördert, aber auch gefordert. In Hagen hatten sie Dauerkarten, in Gießen und künftig in Göttingen kommen sie zu Besuch, wenn der Filius aufläuft. Eine seiner schärfsten Kritikerinnen ist übrigens Freundin Jasmin, die selbst bei den Phoenix Hagen Ladies in der 2. Liga spielte. „Manchmal lässt sie kein gutes Haar an mir“, lächelt Dominik Spohr aber wohlwollend. Wenn beide auf Reisen gehen, was Spohr sehr gern macht, ist alle Kritik wieder vergessen. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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