Basketball-Bundesliga: BG Göttingen wird beim 60:92 in Würzburg demontiert

Patrick bestraft Ex-Team

Auf verlorenem Posten: Würzburgs Christoph Henneberger fährt seine Arme wie Windmühlenflügel aus - da rennt sich sich Göttingens Topscorer Paris Horne (vorn) wieder mal fest. Fotos: gsd

Würzburg. John Patrick mit seiner neuen Mannschaft Baskets Würzburg gegen sein altes Team BG Göttingen – das war der Reiz des BBL-Duells zwischen den Mainfranken und den Südniedersachsen. Es war letztlich auch der einzige Reiz, denn auf dem Parkett hatten die Veilchen so gut wie gar keine Chance bei der deprimierenden 60:92 (29:48)-Pleite. John Patrick ließ seine alte Mannschaft, bei der er acht Jahre tätig war, von seiner neuen nach allen Regeln der Kunst bestrafen. Es war Würzburgs 30. Heimsieg in Folge.

Kaum als Entschuldigung können die Göttinger dabei geltend machen, dass sie ohne Adamczak, Grimaldi, Bailey und Weber im Prinzip erneut nur mit einer Siebener-Rotation spielen konnten. Es war einfach ein ganz, ganz schwacher Auftritt. So sind die BGer nicht konkurrenzfähig in der 1. Liga!

Rund 100 Fans hatten sich auf den Weg nach Würzburg gemacht, um ihr Team und Ex-Coach John Patrick zu sehen. Von ihrer Mannschaft sahen sie in der ersten Halbzeit die bereits bekannten Flüchtigkeitsfehler und Unkonzentriertheiten. Mit zwei Dreiern gingen die Mainfranken in Front, das passte schon, aber eben nur nicht für die BG. 10:2 war Würzburg schnell weg, Göttingen kam auf 12:8 heran, war nach zehn Minuten aber schon 15:24 zurück.

Wie David gegen Goliath

Bis zur Pause ging’s ähnlich weiter. Nach 13 Minuten lagen die Veilchen nur 23:27 hinten, zwei Minuten später schon wieder klare Verhältnisse und 34:23 für die Baskets. Nach den ersten 20 Minuten hatte Patricks Team der BG schon neun Dreier eingeschenkt, am Ende waren es sogar 13, wovon Ricky Harris allein sieben markierte. Wenn man so viele Dreier nicht verteidigen kann, muss man sich nicht wundern, wenn das Spiel nach 20 Minuten bereits entschieden ist.

Über die zweite Hälfte müssen eigentlich nicht mehr viele Worte verloren werden. Würzburg spielte weiter vor ausverkauftem Haus (3140 Zuschauer) auf wie ein Goliath, die Göttinger wurden immer mehr zu kleinen Davids. Den Veilchen fehlt es – das war erneut offenkundig – schlichtweg an Klasse, um in der Bundesliga bestehen zu können. Wofür auch die hohe Zahl (19) an Ballverlusten spricht. Mienack „Wir wurden immer müder, konnten das Problem mit 17 Würzburger Offensiv-Rebounds nicht beheben. Dadurch hatten wir nicht den Hauch einer Chance. Außerdem fehlten uns die Wechsel-Alternativen.“

Dass die völlig verunsicherten Veilchen in dieser Verfassung auf dem letzten Platz bleiben, versteht sich von selbst. Und überhaupt: Auch Patrick hatte natürlich sein Duell gegen seinen früheren Assistenten Stefan Mienack klar für sich entschieden. Am Ende gab es obendrein noch den Spott der Baskets-Fans: „Gegen Würzburg kann man mal verlier’n!“ Aber eigentlich nicht in dieser Art und Weise. Übrigens: Schon morgen geht’s in der EuroChallenge weiter. Gegen ZZ Leiden (Holland). Wie beziehungsreich. (gsd)

Von Helmut Anschütz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.