Basketball-Bundesliga: Pflichtsieg für BG Göttingen in Düsseldorf vor Euro-Endrunde

Patrick: Hauptsache gewonnen

Wieder leichte Aufwärtstendenz: BG-Center Christopher McNaughton. Foto: Jelinek

Göttingen. Kurz nach dem Abpfiff runzelte John Patrick die Stirn. „Hauptsache gewonnen“, war der Coach der BG Göttingen erleichtert. Konnte man verstehen. Denn leicht gefallen ist den Veilchen der 72:71 (32:25)-Sieg bei den Giants Düsseldorf nicht. Die Rheinländer kämpften verbissen um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga – letztlich vergeblich. Die Veilchen bissen sich hingegen gerade eben so durch, fuhren nicht nur den 24. Saisonsieg ein, sondern gewannen auch gegen die unterirdischen Schiedsrichter. Sie pfiffen teils katastrophal, gegen die Göttinger aber noch etwas peinlicher.

Die Südniedersachsen wahrten ihre gute Ausgangsposition durch diesen letzten Zittersieg im wegen der Euro-Endrunde vorgezogenen Bundesliga-Finale. Bis Samstag sind sie sogar Spitzenreiter. Gewinnt Alba Berlin seine beiden Spiele gegen Bremerhaven und Ludwigsburg nicht, ist die BG Zweiter hinter Oldenburg, das Samstag noch in Bonn antritt. Siegt Berlin doppelt, hat die BG aber zumindest Rang drei sicher – und womöglich ein Play-off-Viertelfinale gegen Frankfurt. Das erste bekanntlich in der Rothenbachhalle in Kassel.

Und was ist nun die Erkenntnis aus dem Düsseldorf-Match? Die Veilchen wankten nach der Halbzeit-Führung (32:25) und einem 43:30-Vorsprung im dritten Viertel einige Minuten, als sie mehrere der kaum nachvollziehbaren Pfiffe der Referees kassierten. Aber sie knickten nicht ein, hielten standhaft ihre Köpfe oben, ließen sich nicht einschüchtern. „Das war schon mal ein Test für die Play-offs“, hielt Co-Trainer Stefan Mienack ganz richtig fest. „In den Auswärtsspielen werden wir sicher ebenso wenige Pfiffe für uns bekommen.“ Da sind dann Nerven wie Drahtseile gefragt, die die Göttinger in der dramatischen Schlussphase aber bewiesen.

Auch als die „Langen“ wie Chris McNaughton und Michael Meeks jeweils vier Fouls auf dem Konto hatten, leistete das Patrick-Team eindrucksvollen Widerstand. „Wir haben zum Schluss die Freiwürfe getroffen und die Rebounds geholt“, hielt Patrick fest. Taylor Rochestie und Chris Oliver netzten zum Schluss nervenstark je zwei Freiwürfe zum 72:68 ein, Carters Dreier brachte die Giants nur noch auf einen Zähler heran.

Einstimmung auf das „Euro“

„Wir wollten unsere Chance auf Platz zwei wahren“, meinte Patrick. „Nach den Spielen gegen Bremerhaven und Berlin waren wir sehr müde. Aber trotzdem bin ich jetzt stolz.“ Zudem war das Bundesliga-Finale die erfolgreiche Einstimmung auf das EuroChallenge-Semifinale am Freitag gegen Roanne Basket (Frankreich). Als (vorübergehender) Tabellenführer können Kapitän John Little & Co. gestärkt in den nach der BBL-Pokal-Endrunde zweiten Saison-Höhepunkt gehen. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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