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Philipp Hartwich mit BG Göttingen bei seinem Ex-Klub MBC

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Von: Helmut Anschütz

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Center-Duell unterm Korb: Göttingens 2,18 m-Hüne Philipp Hartwich (rechts) im Hinspiel gegen den zuletzt gesperrten MBCer Goran Huskic.
Center-Duell unterm Korb: Göttingens 2,18 m-Hüne Philipp Hartwich (rechts) im Hinspiel gegen den zuletzt gesperrten MBCer Goran Huskic. © Hubert Jelinek/gsd

Nach dem ausgefallenen Heimspiel gegen Frankfurt muss die BG Göttingen am Sonntag (15 Uhr, MagentaSport) beim Syntainics MBC in der Weißenfelser Stadthalle aufs Basketball-Parkett. Für Philipp Hartwich (26) wird der Start in die Rückrunde bei seinem Ex-Klub eine spezielle Partie – wie schon das Hinspiel.

Göttingen – „Ich bin darauf heiß wie Fritten-Fett“, hatte der 2,18 m-Hüne damals das Duell betitelt. „Daran hat sich nichts geändert“, meinte der Veilchen-Center am Donnerstag mit Blick auf den Göttinger Auftritt beim MBC. „Das ist ein Spiel, das ich mir wieder rot im Kalender eingetragen habe.“ Zwiespältige Gefühle beschleichen den gebürtigen Kölner in seinen Erinnerungen an Weißenfels. „Meine Mitspieler waren top, alles coole Jungs“, sagt Hartwich. Zu vielen hat er noch Kontakt, auch wenn die meisten inzwischen bei anderen Klubs spielen, was wiederum zeigt, wie hoch die Fluktuation beim MBC ist. „Vom alten Team ist nur noch Sergio Kerusch da.“ Auch auf die Fans lässt der BG-Big Man nichts kommen.

Aber wieso hat’s im kleinen Weißenfels nicht gepasst für ihn? „Mit der Stadt bin ich irgendwie nicht warm geworden, das lag aber auch an den Coronazeiten. Außerdem bin ich eher der Großstadt-Typ“, so Hartwich. Da war’s auch nicht so richtig ‘was mit Touren ins nahe Leipzig („eine meiner Lieblingsstädte“), wo Freundin Josephine lebt. Auch der fast ständige Abstiegskampf des MBC hat nicht unbedingt zu Hartwichs Wohlbefinden beigetragen. Selbstkritisch räumt er aber auch ein: „Ich hab’ da keine Bäume ausgerissen. Jetzt will ich aber zeigen, dass ich besser bin und mehr gewertschätzt werde.“

Bei den Veilchen, bei denen er sich genauso richtig wohlfühle wie im jungen und lebendigen Göttingen, hat Hartwich das einerseits schon getan: Als Shot-Blocker ist der zweitgrößte Erstliga-Spieler (hinter Berlins Koumadje/2,20 m) schon wieder führend in der BBL. Das war vor Saisonbeginn auch sein Ziel. Andererseits kam der karnevals-begeisterte Mann aus Köln-Longerich („hält sich zurzeit aber in Grenzen“) zuletzt an der Freiwurflinie überhaupt nicht zurecht: nur ein Treffer bei acht Würfen in Gießen, nur ein von sechs in Bayreuth. „Freiwürfe sind nicht meine Parade-Disziplin“, räumt er freimütig ein. „Es wird auch wieder besser aussehen, ich übe wirklich jeden Tag.“

Seine Größe scheinen ihm seine Eltern übrigens in die Wiege gelegt zu haben. Vater Elmar (2,06 m) spielte früher bei TuS Opladen, Mutter Beate (1,92 m) einst beim GSV Köln-Porz in der 1. Liga. Zum Basketball kam Hartwich, der in den USA seinen Bachelor in „Journalismus“ machte, auf einem Umweg. Bis in die B-Jugend war der Formel-1-Fan Handballer – nach einem verlorenen Spiel, als er den letzten Wurf vergeigte, wechselte er die Sportart.

So war denn am Donnerstag auch der Euroleague-Spieltag mit Unics Kazan gegen Barcelona und Berlin gegen Barcelona interessanter als das deutsche EM-Handballspiel gegen Spanien.

Das aktuelle MBC-Team schätzt Hartwich hoch ein: „Obwohl Johannes Richter verletzt raus ist, hat der MBC eine überragende Offensive.“ Mit Jamal Morris sei Weißenfels bei den Dreiern gut aufgestellt, und der gerade nachverpflichtete John Bryant (2,11 m) bringe eine Menge Erfahrung mit: „Er ist schon ein besonderes Kaliber.“ Das dürfte ja dann ein Riesen-Duell zwischen dem Ex-Gießener und Hartwich geben... (Helmut Anschütz/gsd)

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