Basketball: Härte, Kampf und Hektik beim zweiten Viertelfinale

Playoffs pur: Proteste und Provokationen

Schreien, fauchen, zerren: Rudel-Bildung beim Basketball. Göttingens Jason Boone (li.) und Dwayne Anderson (22) im Duell mit Frankfurts Jimmy McKinney (20) und Bahiense de Mello (re.). 2 Fotos: Jelinek

Kassel/Göttingen. „Heute entscheidet sich die Serie“, prognostizierte Jörg Waßmann eine Stunde vorm Tip-off. Möglicherweise hat der Prokurist der BG Göttingen Recht. Zweieinhalb Stunden später hatten die Veilchen das zweite Viertelfinal-Playoff gegen Frankfurt 67:76 verloren, so dass die Göttinger am Sonntag im dritten Spiel der „Best of five-Serie mit dem Rücken zur Wand stehen. Siegen oder (nach Hause) fliegen heißt das Motto vor allem für die BG-Amerikaner.

Wie noch nie in drei Jahren Playoffs mit der BG trat in Spiel 2 das zutage, was die Endrunde ausmacht:

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- Kampf : In den Playoffs wird nicht mit dem feinen Florett gefochten, sondern mehr mit derbem Säbel. Knallharte Defensive ist angesagt. Gekämpft wird auf Biegen oder Brechen.

- Härte : Im ersten Spiel erhielt John Little von Frankfurts Dominick Bahiense de Mello einen Schlag an die rechte Schläfe, musste behandelt werden. Dass die Grenzen des Fairplays manchmal überschritten werden, gehört zur derzeitigen Saisonphase.

- Hektik: In der zweiten Hälfte heizte sich die Atmosphäre immer weiter auf. Kurz vor Schluss des dritten Viertels lag Frankfurts Finne Kimmo Muurinen plötzlich mittenmang auf dem Parkett. Im Nu gab´s eine Rudel-Bildung, die man sonst eher vom Fußball kennt. Gegenseitige Beschuldigungen, heiße Wortgefechte, Anspannung pur - siehe Foto oben. Und Schiedsrichter, die die Kampfhähne hindern mussten, handgreiflich zu werden.

- Proteste: Vier Minuten nach der Pause war BG-Coach John Patrick nicht mehr zu halten. Nach einem vom grenzwertigen Schiri-Trio nicht gepfiffenen Foul hüpfte er wie Rumpelstilzchen umher. Die Folge: Ein Technisches Foul gegen die BG-Bank. Zwei Freiwürfe plus Einwurf für Frankfurt. Überhaupt diskutierten und protestierten die Trainer weitaus mehr mit den Referees als in der regulären Saison.

- Provokationen: Beispiel Da Shaun Wood. Frankfurts Vorrunden-MVP ist ein begnadeter Spielmacher - seine gute Seite. Seine schlechte: Er kommentierte fast jede Aktion, die die Schiris gegen ihn und sein Team pfiffen. Sowas wiegelt die Fans auf. Und sowas hat er doch eigentlich nicht nötig!

Und sonst: Ärgerte sich die BG über die offiziell nur 2507 Fans. BG-Chef Marc Franz hatte auf mindestens 3000 gehofft, um die Umzugskosten nach Kassel zu decken. So legten die Göttinger fünfstellig zu - ein Minusgeschäft.

Auch sportlich: „Wir haben zu viele ,unforced errors‘ (Eigenfehler) gemacht“, sprach Patrick Tennis-Deutsch. Als Trainer darf er natürlich die Hoffnung nicht aufgeben. „Die letzten sieben Minuten machen Hoffnung für Sonntag.“ Doch auch die BGer sind Realisten: Das Saison-Aus ist ganz nah. (haz/gsd)

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