Pleite in Bamberg: Schöpft die BG neue Kraft daraus?

Vertauschte Rollen: „All-Star“ Raymar Morgan (li.) und Pointguard Khalid El-Amin (re.) nehmen Bambergs Janis Strelnieks in die Zange – meistens aber hatte der Göttinger Spielmacher unter der harten Bewachung von Baskets-„Kettenhund“ Karsten Tadda zu leiden. Foto: dpa

Bamberg. So merkwürdig es wahrscheinlich nach einer 75:94-Niederlage klingt: Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat bei den Brose Baskets Bamberg eine sehr ordentliche Leistung geboten.

„Göttingen hat guten Basketball gezeigt“, meinte Bambergs italienischer Coach Andrea Trinchieri nach der erst vierten Auswärts-Schlappe der Veilchen. Und auch Veilchen-Trainer Johan Roijakkers war nicht böse oder sauer: „Wir haben uns gut gehalten. Aber Bambergs war physisch zu stark für uns.“

Knapp 30 Minuten haben die Göttinger das Match in dieser imposanten Atmosphäre der erneut mit 6800 Fans ausverkauften Brose-Arena offengehalten. Nach der Pleite im Eurocup gegen Bayern München wollten sich die Franken rehabilitieren – da schien der Aufsteiger gerade recht zu kommen. Aber die Veilchen machten dem großen Favoriten lange einen Strich durch die Rechnung.

Mit sieben Punkten lag die BG kurz vor Ende der ersten Hälfte vorn (45:38), doch diesen schönen Vorsprung vermochte sie nicht in die Pause zu retten. Mit einem 9:0-Lauf drehten die Baskets das Momentum und konnten mental gestärkt die zweite Halbzeit in Angriff nehmen. In der besaß die BG dann ab etwa der 28. Minute nicht mehr genügend Substanz, so dass es im letzten Viertel mit schwindender Gegenwehr noch relativ deutlich wurde.

„Kettenhund“ gegen El-Amin

„Drei Viertel gut mitgehalten, eins nicht“, fasste Dominik Bahiense de Mello zusammen, der selbstkritisch anmerkte: „Ich hätte offensiv mehr machen müssen.“ Doch dazu waren er, Dominik Spohr, Robert Kulawick und Acha Njei mit zunehmender Spielzeit immer weniger in der Lage. So spiegelten sich die Nachteile auf den Deutschen-Positionen letztlich im Resultat wider. Bambergs „Kettenhund“ Karsten Tadda verteidigte klasse gegen Khalid El-Amin, stahl ihm viel seiner sonstigen Wirkung. Und auch der lange Baskets-Center Daniel Theis tat den Veilchen immer wieder weh, die zunehmend auch Ryan Thompson, Brad Wanamaker und Elias Harris nicht stoppen konnten.

„Bamberg hatte noch Wut im Bauch“, meinte Göttingens Spohr hinterher, der auf den ähnlichen Spielverlauf wie im ersten Match gegen die Franken 27 Tage zuvor in der Lokhalle verwies. Auch da hatten die Göttinger das international seit vielen Jahren gestählte Baskets-Team arg in die Bredouille gebracht, ehe sich der hochbezahlte Kader am Ende noch durchsetzte.

Doch die Euro-Pleite gegen Bayern machten die Bamberger am späten Sonntagabend erst im letzten Viertel langsam vergessen. „Das war mental eines unserer besten Spiele“, merkte Coach Trinchieri an. „Für uns war das ein Schritt in die richtige Richtung.“

Den BGern reißt wegen dieser Pleite niemand den Kopf ab. Sie haben sich bei der Rückkehr von Harper Kamp insgesamt gut präsentiert. Somit wird sicher auch der nächste schwere Brocken am kommenden Sonntag in Oldenburg nur bedingt ein Maßstab sein. „Darauf freue ich mich schon, da gewinne ich auch lieber“, meinte der BGer de Mello, der aus Oldenburg zur BG kam, augenzwinkernd. Viel wichtiger werden für die BG die danach folgenden Heimspiele gegen Gegner auf Augenhöhe wie Frankfurt, Hagen und Tübingen. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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