Basketball-Bundesliga Frauen

Pokal-Euphorie bei der BG Göttingen schon verflogen

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Wohin mit dem Ball? BG-Neuzugang Aubray Dawkins (2.v.r.) sucht Mathis Mönninghoff als Anspielstation, doch Ludwigsburgs 38-jähriger Oldie Tremmell Darden (li.) und Riesen-Topscorer Jordan Hulls (re.) versuchen, den BGer zu stören.

Im Nachlauf von MagentaSport nach dem derben 73:100 (30:54) der BG Göttingen bei den MHP Riesen Ludwigsburg nahm die klare Niederlage der Veilchen eher eine untergeordnete Rolle ein.

Der Bezahlsender widmete einer durchaus interessanten Randstory aus dem Lager der Göttinger, die allerdings den Trainer der Schwaben betraf, den fast größeren Raum.

Also: Ludwigsburgs Coach John Patrick, der die BG Göttingen 2010 zum EuroChallenge-Titel führte, schwärmte als Teenie für Johnny Dawkins. „Er war als 15-Jähriger mein Idol“, sagte der Riesen-Coach in die Kamera. Das Pikante dabei: Johnny Dawkins ist der Vater des Neu-BGers Aubray Dawkins. Nette Randgeschichte zur Auflockerung eines aus BG-Sicht eher desillusionierenden Abends!

Denn nach den drei Siegen im BBL-Pokal sind die Veilchen durch die 27-Punkte-Pleite hart gelandet. Die Pokal-Euphorie ist jedenfalls schon wieder verflogen. Die Schlappe in der leeren MHP-Arena war ein Vorgeschmack auf die harte Realität in der Bundesliga. Allerdings: Im ersten Auswärtsspiel auf den Vizemeister zu treffen, der für seine schnelle, aggressive Spielweise berüchtigt ist, war für die BG eben eine unglückliche Konstellation.

Die Schwaben kochten die Göttinger schon in der ersten Halbzeit eiskalt ab, nahmen ihnen unter anderem die Stärke von der Dreierlinie und nutzten jede Lücke in der löchrigen BG-Defensive. So kam Riesen-Neuzugang Jordan Hulls auch mittels drei Dreier zu 17 seiner insgesamt 20 Zähler. Die Veilchen wiederum fanden nicht zu ihrem Spiel, weder Jorge Gutiérrez noch Luke Nelson bekamen es in den Griff. Blass blieben aber auch alle anderen BGer. „Uns hat der Rhythmus gefehlt“, meinte Aubray Dawkins hinterher. „So zu gewinnen, kann man nicht erwarten. Wir müssen uns aufs nächste Spiel einstellen.“ Das ist das Derby gegen Braunschweig.

Auch BG-Trainer Roel Moors redete hinterher Klartext: „Das war ein sehr schwaches Spiel von uns. Das lag an zwei Dingen: In der Offensive sind wir mit dem Druck nicht gut umgegangen. Außerdem hat Ludwigsburg sehr viel Talent. Wenn man sie im Eins-gegen-eins nicht stoppt, dann bekommt man ein Problem. Wir wissen, dass Jordan Hulls ein guter Werfer ist. Wir wissen, dass Yorman Polas Bartolo jedem Rebound hinterhergeht. Wenn man das nicht respektiert, dann ist das ein Problem.“

Neben der Story um Dawkins gab es eine zweite Geschichte: Das Comeback von Harper Kamp. Der Ex-BGer, der auch für Bremerhaven spielte und jetzt Regionalligist ASC 46 trainiert, stand überraschend für Ron Jackson im Kader. Spielte 12:36 Minuten, erzielte sechs Punkte. „Nach zwei Jahren bin ich zurück, ich fühle mich gut. Der Coach wollte, dass ein Körper auf dem Feld ist.“

Und sogar noch eine dritte Story: MagentaSport berichtete, Patrick habe seinen Vertrag verlängert. Der dementierte jedoch: Mit dem Klub sei man derzeit in einem „survival mode“. Der Überlebensmodus in schwierigen Corona-Zeiten.  haz/gsd

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