Basketball-Bundesliga

Quarantäne-Pause für BG Göttingen - Playoffs wohl später

Vorerst keine Siegesfeier! Nach dem Erfolg gegen Würzburg ließen die BG-Spieler Geburtstagkind Andy Onwuegbuzie (Mitte) hochleben.
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Vorerst keine Siegesfeier! Nach dem Erfolg gegen Würzburg ließen die BG-Spieler Geburtstagkind Andy Onwuegbuzie (Mitte) hochleben.

Um 15.59 Uhr trudelte sie dann ein – die Pressemitteilung, dass Basketball-Bundesligist BG Göttingen nun (fast wie erwartet) nach den beiden positiven Coronafällen vorm Pokalturnier in München in eine 14-tägige Quarantäne muss.

Göttingen – Das Gesundheitsamt Göttingen hat die Zwangspause für die Veilchen angeordnet. Ein BG-Spieler habe „stärkere Symptome, der andere nur leichte“, teilten die Veilchen mit.

Viel Betriebsamkeit, viele Telefonate bei den Verantwortlichen der BG Göttingen am Montag nach der Absage des Pokalturniers in München, weil zwei Spieler der Veilchen bei mehreren Coronatests positiv auffielen. Vor allem BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen hatte jede Menge zu tun, hing fast nur am Telefon. Er musste sich mit Trainer, Team, dem Liga-Büro der Basketball-Bundesliga in Köln inklusive virtueller Präsidiumssitzung und dem Göttinger Gesundheitsamt besprechen.

Die beiden betroffenen Spieler waren nach den positiven Testergebnissen sofort isoliert worden. Dennoch stufte das Gesundheitsamt sämtliche Teammitglieder, die mit im Team-Bus in München waren, als enge Kontaktpersonen ein. BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen deutete an, dass selbst die beiden Busfahrer von Reisepartner Hecker-Reisen unter die Quarantäne-Regelung fallen. Der BG-Chef wird die Verlegung der BBL-Spiele bei Brose Bamberg (25. März) und bei den EWE Baskets Oldenburg (29. März) beantragen. Nach momentanem Stand kann die Partie gegen den FC Bayern München voraussichtlich wie terminiert am 2. Mai ausgetragen werden. „Wenn es irgendwie geht, wollen wir dieses Spiel gern austragen“, so Meinertshagen.

Die Frage ist, nachdem BBL-Chef Dr. Stefan Holz ankündigte, das Pokal-TOP FOUR auf alle Fälle noch im Rahmen der laufenden Saison austragen zu wollen („Das ganz klare Ziel ist, den Pokal diese Saison noch zu Ende zu spielen“): Wann soll das Turnier neu terminiert werden?

Die aktuelle Serie läuft noch bis zum 9. Mai und ist voll mit weiteren Spielen. Zumindest die BG, Ulm und Alba Berlin (nach dem Aus in der EuroLeague) sind nicht mehr bei internationalen Spielen dabei.

Das „Problem“ ist der FC Bayern München, der sich als erstes deutsches Team überhaupt für die K.o.-Runde in der EuroLeague, der europäischen Königsklasse, qualifiziert hat. Die Bayern spielen am (heutigen) Dienstag und Donnerstag im EuroLeague-Viertelfinale bei Armani Mailand, haben am 28. und 30. April ihre beiden Heimspiele gegen die Italiener, wobei der zweite Termin im „Best-of-five“ optional wäre wie auch Spiel fünf wieder in Mailand (4. Mai).

Kommt München ins Halbfinale, wird es terminlich noch enger. Bayern-Geschäftsführer Marco Pesic hatte schon das dritte Mai-Wochenende (15./16.5.) als neuen, eventuellen Austragungstermin ins Gespräch gebracht. Doch da laufen bereits die BBL-Playoffs, die am 11. Mai beginnen sollen. Bis zum 13. Juni soll die Bundesliga-Serie mit den Playoffs beendet sein, zumal danach auch noch Spiele der Nationalmannschaft anstehen.

So wird wohl die Corona-Zwangspause der Veilchen allem Anschein nach, so BG-Geschäftsführer Meinertshagen, noch weitreichendere Folgen haben. So gut wie sicher sei, dass die Playoffs nach hinten verschoben werden, sagte der BG-Boss am Montag. Das habe unter anderem damit zu tun, dass die BG „noch Spiele von Bedeutung“ habe – nämlich in Bamberg, in Oldenburg, gegen München und in Hamburg (HNA berichtete). Alles vor dem bisher geplanten Abschlussspiel gegen Bayreuth noch Gegner, die weiterhin um die Platzierungen unter den ersten acht Teams und damit verbundene gute Ausgangspositionen kämpfen.

Eine eventuelle Verschiebung der Playoffs hatte die BBL, so Meinertshagen, in ihren Planungen berücksichtigt. Dass die BG, bei der bis auf zwei Spieler alle Verträge bis Ende Mai laufen, nun wohl offenbar durch zwei Corona-Erkrankungen so großen Einfluss auf die Termingestaltung der Bundesliga hat, hätte sie sich in der vergangenen Woche noch nicht träumen lassen.   (Helmut Anschütz/gsd)

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