Schwerer Rückschlag im Abstiegskampf beim 75:88 gegen Erfurt

Rätsel um Rush bei der Pleite der BG Göttingen

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In den vergangenen Spielen immer mehr aufgetau(ch)t: Göttingens Stephan Haukohl (am Ball) zieht an Gothas Johannes Richter vorbei. Er war der einzige starke deutsche Spieler gegen Erfurt bei den Veilchen, kam wie Michael Stockton auf zwölf Punkte.

Göttingen. So hatten sich die Göttinger Fans unter den 3447 Zuschauern in der ausverkauften S-Arena das erste Abstiegs-Endspiel gegen die Rockets Gotha/Erfurt nicht vorgestellt.

Die BG Göttingen kassierte eine ebenso bittere wie verdiente 75:88 (40:42)-Pleite, wodurch sich der Kampf um den Klassenerhalt weiter verschärfte. „Ein schwerer Schlag“, grämte sich auch BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. Eine Riesen-Enttäuschung! Umso verwunderlicher nach den zuletzt eher positiven Spielen. Das Spiel war von drei Rätseln geprägt.

Was war los mit Brion Rush? „Ihm ist unwohl, er hat Kopfschmerzen“, erklärt BG-Sprecherin Birte Meyenberg vor dem Spiel. Trainer Johan Roijakkers hinterher auf Nachfrage: „Keine Ahnung, was er hat. Rush denkt, dass er tot ist. Er fühlt sich so, dass er nicht laufen kann. Er war bei Ärzten. Die haben nichts gefunden. Alles negativ. Ein Rätsel.“ Meinertshagen: „Ihm war schwindlig die ganze Woche. Sein Blut wurde untersucht. Es wurde ein MRT gemacht, wir wissen nicht, was ist.“

Wie ist es möglich, dass Mitch Creek gleich zum Topscorer wird, obwohl er erst drei Tage da ist und von Dienstag auf Mittwoch einen 21-stündigen Flug hinter sich hat? Der Aussie kam nach 2:30 Minuten erstmals aufs Parkett, erzielte gleich die Punkte zum 5:6 und feierte ein ordentliches Debüt. Am Ende hatte er sieben von acht Zweiern getroffen und zwei Freiwürfe verwandelt, machte 16 Zähler. Bitter für ihn, dass sein guter Einstand so unterging im Debakel des Teams. „Ein sehr starker Spieler, er hat individuelle Klasse“, so Meinertshagen.

Während Creek (längste Einsatzzeit mit 31:09 Minuten) gut performte, waren andere, die zuletzt durchaus stark auftraten, kaum oder gar nicht zu sehen. Will Buford enttäuschte am meisten, Darius Carter kam wenig zur Geltung. Auch Michael Stockton, dem gleich zu Beginn zwei Ballverluste unterliefen, blieb unter den Augen von Vater John und Mutter Nada seltsam blass. Ebenso erneut auch Leon Williams. Und auch Dennis Kramer und Dominik Lockhart (von Nationalmannschafts-Form weit entfernt) bekamen nur wenig auf die Reihe. Allein Stefan Haukohl wusste nicht nur wegen seiner zwölf Zähler zu gefallen. Zu wenige gute Leistungen, um Erfurt zu schlagen.

Wie ist es möglich, dass die BG (nur dünne drei Dreier insgesamt) Brose Bamberg (105:95) schlägt und gegen Abstiegskandidat Erfurt so eingeht? Der größere Wille der Rockets gab den Ausschlag. Die Partie gegen die Rockets verlief umgedreht wie die Bamberg-Begegnung. „Die Rockets haben uns müde gemacht, am Ende haben uns einfach die Kräfte gefehlt. Wir sind eine gute Mannschaft, aber dazu brauchen wir zehn Spieler, die auf dem höchsten Level spielen, was sie können“, so BG-Trainer Roijakkers. (haz/wg-gsd)

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