Ruoff-Rückkehr zur BG Göttingen: Entscheidung steht bevor

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In letzter Sekunde: Am Sonntag kassierte die BG Göttingen bei Bayern München eine bittere 81:82-Pleite. Der bislang einzige Sieg im Audi Dome gelang der BG im Oktober 2014. Beim 95:81 war Alex Ruoff (re.) bei den Veilchen dabei. Über eine mögliche Rückkehr zu der BG will der Verein in dieser Woche entscheiden.

"So steigt man nicht ab“ – mit diesen Worten lobte MagentaSport-Kommentator Michael Körner Basketball-Bundesligist BG Göttingen nach der um 0,2 Sekunden verpassten Sensation in München. 81:82 beim haushohen Favoriten – bitterer kann man nicht verlieren. Doch nebenbei hat jetzt die Story um eine mögliche Verpflichtung von Alex Ruoff (33) neue Fahrt aufgenommen.

„Ende der Woche“ falle eine Entscheidung in Sachen Ruoff, übermittelte BG-Trainer Johan Roijakkers am Montag. Der Aufstiegsheld von 2014 trainiert seit drei Wochen mit. „Ich suche einen Job“, sagte Ruoff gegenüber der HNA. Was liegt da näher, als ihn zu verpflichten? „Wenn wir uns diese Chance entgehen lassen, wäre das dumm“, sagt Roijakkers.

Es liegt also weiter an den Finanzen. Die Geschäftsführung um BG-Chef Frank Meinertshagen ist weiter dabei, Geld zu akquirieren. Es würden aber noch weit mehr als die von Roijakkers in Umlauf gebrachten 10 000 Euro fehlen, um die Nachverpflichtung zu realisieren, sagt Meinertshagen. Der BG-Boss: „Es geht um wesentlich mehr Geld. Wir haben Ruoff ein Angebot gemacht. Doch das reichte ihm nicht. Ich bin vorsichtig pessimistisch, habe Zweifel.“ Dennoch sei man dabei, „eine Lösung zu finden“. Und zudem hat man seitens der BG schon alle Formalien (Spielgenehmigung usw.) vorbereitet. Meinertshagen: „Er könnte dann auch im Pokal-Viertelfinale am Samstag in Ulm spielen.“

Um wie viel Geld geht es? Ruoff würde ungefähr noch fünf Monate für die BG spielen. Inklusive Berufsgenossenschaft, BBL-Lizenz (inzwischen 4500 Euro), Auto, Wohnung würde man auf geschätzte 70 000 bis 80 000 Euro brutto kommen. So viel verdient Bayerns finnischer „BG-Killer“ Koponen wohl in einem Monat.

Die mögliche Ruoff-Rückkehr muss man noch unter einem weiteren Aspekt sehen: Hamburg holte mit Gutierrez und Carrera zwei Neue, hat nach dem Erfolg in Braunschweig nun zwei Siege wie auch Bonn (nächster BG-Punktspielgegner) und der MBC. Ein neuer Kanadier soll diese Woche noch zu den Hamburgern kommen. Im Tabellenkeller geht’s bei vier Teams mit vier Punkten schon jetzt eng zu, da ist eine „Extra-Power“ absolut zuträglich. Zumal Ruoff (zuletzt in Finnland) auch dringend nötige Anführer-Qualitäten haben kann.

Ganz hart geht Meinertshagen (wie auch Coach Roijakkers) mit Darius Carter ins Gericht. „Er kam sehr unfit aus dem Sommer zurück. Das war katastrophal, nicht akzeptabel und nicht zu entschuldigen, zumal er kein Geringverdiener bei uns ist. Deshalb mussten wir schon Geld in die Hand nehmen für die Nachverpflichtung von Dylan Osetkowski.“ Der Coach hält Carter „Unprofessionalität“ vor und spricht ihm die Bundesliga-Tauglichkeit ab. Eine Trennung von Carter verneint Roijakkers aber – er trainiere „sehr gut“.

Auf dem Parkett sieht dies weiter anders aus. Carter ist nur noch Center Nummer drei hinter Osetkowski und Kramer. Auch aus den Verträgen mit Zane Waterman und Daniel Loh, die keine Rolle spielen, käme man nicht heraus, sagt Meinertshagen. Der Poker, der Kampf um Ruoff – er dürfte sich in den nächsten Tagen klären.  haz/gsd

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